Gute Nachbarschaft sieht anders aus: Zwischen Gondelsheim und Bretten gibt es durch die Verwaltungsgemeinschaft besonders enge Bindungen. Doch ist das Verhältnis zwischen den Rathauschefs augenscheinlich gestört. Zu sehen war dies zuletzt bei der öffentlichen Verpflichtung des Gondelsheimer Bürgermeisters Markus Rupp zu seiner zweiten Amtszeit am Dienstagabend. Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger blieb dem Ereignis fern, was Rupp aber nicht bedauerte: „Es gab keine offizielle Einladung“, sagte Rupp lapidar. Das hielt aber Landrat Claus Kretz nicht davon ab, dem wieder gewählten Bürgermeister seine Reverenz zu erweisen – als Akt der Höflichkeit und des Respektes. Wenn man aber das Fernbleiben des Nachbarn aus Bretten richtig deutet, dann stimmt offenbar die Chemie zwischen Rupp und Metzger nicht mehr. Die beiden Verwaltungschefs tauschen seit einiger Zeit wenig freundschaftliche Gesten aus und gehen sich aus dem Weg. Ziemlich abträglich für eine gute Partnerschaft.
Unvermeidlich aber vorgeschrieben
So ziemlich genau vor einem Jahr 12.2.2005, konnte man in den BNN lesen : „Ein wütender OB von Bretten, ein kampfeslustiger Gondelsheimer Schultes und ein Landrat in der wenig beneidenswerten Rolle des Regisseurs – das war das Drehbuch des Stücks „Bahnübergang Gondelsheim” auf der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Urnwelt und Technik (AUT) im Landratsamt.“ Am Ende der Sitzung verstand gar OB Metzger, Zitat : „die Welt nicht mehr.“
Noch Fragen ?
Auf die Frage an BM Rupp hat man gehört, „es gab keine offizielle Einladung“. Will heißen, es konnte jedermann kommen, auch Herr OB Metzger. Die BNN hat aus dem Hören etwas gedeutet.
Eine ausgewogene journalistische Berichterstattung gegenüber Herrn Rupp wäre es geworden, wenn die BNN vor ihrer Deutung Herrn OB Metzger dazu befragt hätte. Dann hätte sie vielleicht keine Kommentierung mehr abgeben müssen oder eine andere als die von ihr gedeutete. Spätestens jetzt weiß man, warum sie Herrn Metzger nicht gefragt hat. Natürlich nur, um ihre Deutung an den Leser zu bringen und damit mehr überflüssige Zeilen zu füllen.
So sieht das Ganze – ihr Teilbericht sowie ihr Kommentar – nach einseitiger negativer Darstellung von Herrn Rupp und nach positiver Betrachtung von Herrn Metzger aus. Ein solcher Eindruck kann nur dann entstehen, wenn die Grenze zwischen fairer Berichterstattung und schlechtem Kommentar (was man so hört) überschritten wurde.