USQ-Engagement spricht für Bretten

Die Meinung der Leser

Zum Brief ,,Erfolg nur für die Lernenden“ eines Lesers in den Brettener Nachrichten vom 15. November:

Auf die Wortwahl und Ausdrucksweise des Leserbriefes von Herrn Cizerle will ich jetzt hier gar nicht eingehen. Der Inhalt jedoch gibt zu denken: Wenn er bemängelt, dass ,,nur“ die Lernenden Erfolg haben, sage ich: Na, Gott sei Dank! Wozu lernt man denn sonst? Es spricht also für die USQ, die den Studierenden zu einem erfolgreichen Abschluss befähigt.
Und weiter: Nach der ersten Pisa-Studie ging wegen des relativ schlechten Ergebnisses fast ein Aufschrei durch die Republik und es wurde allenthalben nach möglichst sofortiger ,,Bildungsvermehrung“ gerufen. Nun tut Bretten also etwas für die (Weiter-)Bildung — und das ,,freiwillig“, was wohl durchaus im Sinne Melanchthons wäre! Ich meine, eine Kosten-Nutzen-Rechnung ist hier weder angebracht noch möglich, und der Versuch zu einer solchen zeigt, wie einfältig und naiv ein reines ,,Effizienzdenken“ sein kann. Ist Bildung auf ,,betriebswirtschaftliche Ergebnisse“ hin überprüfbar? Doch wohl kaum!
Wenn an der hiesigen USQ mehrere hundert Studierende eingeschrieben sind, spricht das wohl eher für Bretten und ( unter anderem für unseren OB, der die Zweigstelle der USQ hier angesiedelt hat. Außerdem: Die angegebenen Euro-Zahlen suggerieren dem Leser, dass die Stadt Bretten immer noch Zuschüsse gewährt. Eine sorgfältigere Recherche wäre ehrlicherweise zu dem Ergebnis gekommen, dass — außer der Mietfreiheit für die Räumlichkeiten — keine weiteren Zuschüsse mehr notwendig sind: Die USQ trägt sich jetzt selbst.
Ich finde es bedauerlich, dass man gerade in der Stadt Melanchthons einen derartigen Leserbrief finden muss.

Hans-Jürgen Maaß Knittlinger Straße 36 Bretten-Ruit

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6 Antworten zu USQ-Engagement spricht für Bretten

  1. ghg sagt:

    Zum Leserbrief „Ohne Fehl und Tadel“
    AUS DER REGION BNN vom 4. Mai 2012

    Leider hat sich Herr Hans-J. Maaß wieder einmal mit einem Leserbrief hervorgetan: In Oberlehrer-Manier für die deutsche Sprache: s. Hinweis auf den obigen Kommentar von Matthias Menzel am 12. Januar 2006!

    In der Sache tappt er wie schon damals als Fürsprecher der USQ Bretten im Dunkeln, wo er kein Privatuniversitäts-„Experte“ war und heute auch kein selbst ernannter Kreiskrankenhaus-„Experte“ ist. Mit Superlativ-Schelte kann man sowieso nicht punkten.

    Mit Blick auf weitere jährliche Millionen-Betriebs-Defizite und zur Anerkennung dieser, den Standort Bretten mit einem 50 Millionen-Euro Neubauprojekt und einer unbegründeten Halbierung der Bettenzahl zu belohnen, ist kontraproduktiv.
    Gefragt ist eine strukturelle Änderung: Z.B. u.a. ein Belegarzt-Konzept.

    Im Kreistag des Landkreises Karlsruhe sitzen meines Erachtens genügend Mitglieder mit einem gesunden Menschenverstand, der ihnen sagen muss, sich auf ein derartiges gesundheitspolitisches Glatteis nicht ohne Not zu begeben. 🙂

  2. G. H. sagt:

    In der Brettener Woche vom 4. April 2012 hat sich Herr Maaß mit einem Leserbrief hervorgetan.

    Nach sorgfältigem Durchlesen fehlt mir drei Tage danach immer noch die Erkenntnis, worum es (ihm) gegangen sein könnte? 🙁

  3. h - z sagt:

    Dem Verfasser des obigen Leserbriefes:

    „USQ-Engagement spricht für Bretten“

    Letzter Satz: „Ich finde es bedauerlich, dass man gerade in der Stadt Melanchthons einen derartigen Leserbrief finden muss.“

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Brettener Gemeinderat drei Jahre nach Erscheinen des obigen Leserbriefes die Zustimmung zur Auflösung der USQ geben musste. 🙁

  4. h - z sagt:

    Herr Franz Cizerle hat mit seinem Leserbrief
    vom 15. November 2005

    Erfolg nur für die Lernenden

    Recht behalten. 🙂

    Herr Hans-Jürgen Maaß hat sich mit seiner obigen naiven Lobhudelei echt blamiert. 🙁

  5. Matthias Menzel sagt:

    Herr Maaß als Dozent der VHS, Fach u.a. „Deutsch als Fremdsprache“, scheint die „Wortwahl“ und „Ausdrucksweise“ in einer Meinungsäußerung offensichtlich wichtiger zu sein, als die in ihr transportierte Information. Nur so ist wohl zu erklären, dass sein Leserbrief im Fach „Deutsch als Fremdsprache“ wohl eine glatte eins erhalten würde, für den armseligen Inhalt (siehe Kommentar oben),kann man ihn aber nur noch bedauern.

  6. -rl- sagt:

    Und so sehen es die Fachleute – ein Gastkommentar

    Es bleibt völlig unbestritten, daß Absolventen einer Universität einen schönen Erfolg haben. Das ist auch bei der USQ in Bretten so. Sie wurde 1999 gegründet. Zu dieser Zeit gab es noch keine Pisa-Studien. Diese gibt es erst seit Dezember 2001. Wie passen eigentlich Pisa-Studien zu Studenten, Herr Maaß? “Freiwillig” etwas für die (Weiter-) Bildung zu tun, wenn nicht einmal für die Pflichtaufgabe als Schulträger für Brettener Schulen genügend Geld zur Verfügung steht, man beachte nur die aktuelle Brettener Klage gegen das Land Baden-Württemberg, das ist dann erklärungsbedürftig. Daß heute gerade auch für Hochschuleinrichtungen Geld eine große Rolle spielt, hat sich beim Verfasser des obigen Leserbriefes, Herrn Hans-Jürgen Maaß, wohl noch nicht herumgesprochen. Sogar das Land Baden-Württemberg steht aktuell vor der Einführung von Studiengebühren mit 500 € ab Sommersemester 2007. Das Geld – die Rede ist von 180 Mio. € im Jahr – soll in die Lehre fließen, um wegen der Kosten einen zusätzlichen Nutzen zu haben, also doch eine Kosten-Nutzen- Rechnung, die von Herrn Maaß in seinem Leserbrief in Abrede und Zweifel gestellt wird.

    Einfältig und naiv sind alle diejenigen, welche meinen, im Universitätsbereich ohne betriebswirtschaftliche Ergebnisse auszukommen. In der letzten veröffentlichten Bilanz der USQ Bretten des Jahres 2003 wird die Lage des Unternehmens = also doch betriebswirtschaftlich bezeichnet: “Insgesamt ist betriebswirtschaftlich die Lage als durchaus positiv zu bewerten”. Unerklärlicherweise liegen die Abschlußzahlen für das Jahr 2004 auch nach mehr als 11 Monaten immer noch nicht vor. Mit diesem Satz wird Herr Maaß von der von ihm hoch gelobten USQ vorgeführt, schreibt sie doch von einer betriebswirtschaftlichen Lage.

    An der USQ Bretten waren eingeschrieben: 36 Studierende im Jahr 1999, 53 Studierende im Jahr 2000, 130 Studierende im Jahr 2001, 135 Studierende im Jahr 2002 sowie 199 Studierende im Jahr 2003. Diesen Zahlen sind die jeweiligen Absolventenjahrgänge gegenüberzustellen. Dem Leser wurde nichts suggeriert, sondern ihm wurden von Herrn Cizerle verfügbare Zahlen der Jahresabschlüsse 1999-2003 vor Augen geführt, über die sich der Leser eine eigene Meinung bilden kann. Herr OB Metzger hat etwas suggeriert. Er wollte die Leser dahingehend beeinflussen, daß er ohne Zuschüsse des Landes ausgekommen sei. Was für ein toller Macher er doch sein will. Leider gibt es für derlei Beteiligungen , die ohnehin völlig überflüssig und ohne Nutzen für die Brettener Bevölkerung sind, keine Zuschüsse vom Land. Ein Lehrbeispiel für perfekte Suggestion, Herr Maaß. Sie gehen jedoch mit keinem Satz darauf ein. Daraus läßt sich schließen, daß Sie doch einer Verwechslung zum Opfer gefallen sind.

    Sie haben in Ihrem Leserbrief vergessen, daß auch “bis auf weiteres ein Darlehen von 10.000,00 € von der Stadt Bretten gewährt wird”. Der Leser und Bürger muß sich fragen , was man mit den bisher gewährten Zuschüssen von 565 T€ alles für die Pflichtaufgaben in den Brettener Schulen hätte tun können. Zu nennen sind: Ausstattung der Schulen mit Einrichtung, Lehrmitteln sowie Lernmitteln und Zuweisung von Haushaltsmitteln, Einstellung von nichtstaatlichem Schulpersonal – man erinnere sich nur an die öffentliche Diskussion um einen Schulsozialarbeiter – Gebäudeunterhaltung, Renovationen und Sanierungsmaßnahmen, Gebäudemanagement, außerschulische Verwendung von Schulräumen zur Erzielung zusätzlicher Einnahmen, schulische Ganztagesangebote sowie Öffentlichkeitsarbeit unter Einbeziehung der Schulen.

    Da hätten auch Kindergärten sowie die Jugendmusikschule Bretten sich über Zuschüsse freuen können. In allen Schularten hätten die Schüler etwas davon gehabt und natürlich auch deren Eltern, die im Bereich der Schülerbeförderung , der Jugendmusikschule sowie der Kindergärten ordentlich zur Kasse gebeten werden. Wenn man allein die Zuschüsse für die USQ betrachtet, dann nehmen die absolut notwendigen Fördervereine der Brettener Schulen und Kindergärten in Bezug auf Spenden eine etwas verwunderliche Stellung ein.

    Zum Schluß der Betrachtungen muß man sich allen Ernstes fragen, was hat die Brettener Bevölkerung davon, was haben die Schüler der Brettener Schulen davon. Wem ist der USQ-Absolvent in Bretten nützlich? Eine Antwort darauf von Herrn Maaß wird wohl im Bereich der Universitätszeit des vergangenen Spät-Mittelalters bzw. in der Reformationszeit Melachthons zu suchen, aber nicht zu finden sein. In der heutigen Zeit, wo Bildung Geld kostet, verhelfen seine Argumente nicht einmal zu einem müden Lächeln. So bereitet der Hinweis auf Melanchthon in Bezug auf betriebswirtschaftliches Denken und Handeln eine echte Verständnisschwierigkeit.

    Es gibt Menschen, die wollen nichts und/oder können nichts verstehen. Man weiß nicht, zu welchen Personen Herr Maaß zu zählen ist. Hoffentlich weiß er es. Es kann aber auch sein, daß er mit seinen gutgemeinten Ausführungen völlig verkannt, also nicht verstanden, wird. Das wäre natürlich jammerschade.

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