Stadt Bretten weist BUND-Kritik an Regionalverbandentscheidung zurück

Lehrer gerade in der Stadt Melanchthons wissen: „Repetitio est mater studiorum“ Wiederholung ist die Mutter des Studierens. Aber ebenso gewiss ist, dass durch Wiederholung eine unbelegte Behauptung nicht „wahrer“ wird.
Ungezählte Male hat der BUND-Vorsitzende von Bretten seine Behauptung wiederholt, seine Heimatstadt betreibe eine Politik ungebremsten Flächenverbrauchs. So jüngst auch, nachdem der Regionalverband der Erweiterung des Industriegebietes Gölshausen in den Rüdtwald hinein zugestimmt hat.
Wenn bisher nur dem Oberbürgermeister und der Mehrheit des Gemeinderates ökologische Kurzsichtigkeit vorgeworfen wurde, gerät nun sogar der Regionalverband und die „Glaubwürdigkeit baden-württembergischer Umweltpolitik“ ins Kreuzfeuer der Kritik des Brettener BUND-Vorsitzenden. Ein Kommunikationspsychologe könnte sich natürlich fragen, ob hier nicht vielleicht eventuell eine besondere Form des sogenannten „Geisterfahrer-Syndroms“ vorliegt („Was erzählen die im Radio von einem Geisterfahrer – hunderte kommen mir entgegen….“)

Der Stadtverwaltung Bretten stehen solche Einschätzungen natürlich nicht zu. Es ist aber Aufgabe der Stadtverwaltung darauf hinzuweisen, dass Bretten eine vergleichsweise sehr restriktive Politik des Flächenverbrauchs praktiziert. Das ist keine bloße Behauptung sondern durch Zahlen belegbar: Während der Siedlungsflächenverbrauch pro 100 zusätzlicher Einwohner im Zeitraum 1989-2001 in ganz Baden-Württemberg 3,3 ha betrug, war er in Bretten nur 2,38 ha. Auch im Vergleich der Regionen schneidet Bretten unterdurchschnittlich ab: In der Region Nordschwarzwald hat das Wachstum um 100 Einwohner zu einen zusätzlichen Flächenverbrauch von 3,51 ha geführt, in Heilbronn-Franken 3,07 ha und in der Region Mittlerer Oberrhein immer noch moderate 2,49 ha. Aber auch den Vergleich mit den Mittelzentren der Region braucht Bretten nicht zu scheuen: Der gleiche Faktor zeigt,dass Gaggenau für 100 zusätzliche Einwohner 5,1 ha verbraucht hat, Ettlingen 4,97 ha, Raststatt 4,86 ha, Mühlacker 4,21 ha, Bühl 2,86 und Bruchsal 2,69 ha. Auch in dieser Vergleichsreihe ist Bretten mit seinem Verbrauch von 2,38 ha Schlusslicht.
All dies bei einer in vielen Beziehungen schwierigeren Lage als kompaktere Städte. Bretten hat mit Kernstadt und neun relativ kleinen Stadtteilen einen überproportional höheren Flächenbedarf für die Grundinfrastruktur der Stadtteile -und zusätzlich noch als Mittelzentrum. In die Siedlungsfläche eingerechnet sind die Kindergärten, Kirchen, Schulen, Friedhöfe, Freibad, Sportanlagen, Krankenhaus, Bahnanlagen, Grünanlagen, Parks und Freizeiteinrichtungen und Straßen, und nicht nur Flächen für Wohnen, Handel, Handwerk und Industrie. Bretten ist bundesweit bekannt geworden und Beispiel für flächenschonende Stadtentwicklung.
Bretten hat mit sehr hohen Kosten 35 ha alte Industriebrache erworben, Altlasten entsorgt und damit Boden-Luft- und Grundwasserschutz realisiert. Vor allem aber wurden und werden diese Flächen für neue Nutzungen reaktiviert, damit Naturraum geschont bleibt. Bretten realisiert damit das, und zwar seit Jahren was Landesregierung und der Deutsche Nachhaltigkeitsrat anstreben.
Auch volkswirtschaftlich ist Bretten damit beispielhaft. Es entstanden über 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze und die Steuereinnahmen haben sich so entwickelt, dass aktuell in Bretten noch kräftig in Schulen investiert wird und noch nicht über die Schließung von Freibad, Hallenbad oder Musikschule diskutiert werden muss. Der Lateiner kann nach solchen Argumenten nur sagen: „Sapienti sat!“ – Für den Verständigen genug….

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5 Antworten zu Stadt Bretten weist BUND-Kritik an Regionalverbandentscheidung zurück

  1. mm sagt:

    stimmt! durch wiederholen der immer gleichen Lügen bezüglich des Flächenverbrauches wird dieser nicht weniger. Auch wenn sich die Verwaltung nun aberwitzige Vergleiche ausdenkt : Bretten hat im Landkreis Karlsruhe und darüber hinaus in den letzten 20 Jahren den höchsten Verbrauch an Flächen zu verantworten. Dies wurde auch im Schwarzbuch Flächenverbrauch bestätigt. Vom völlig aberwitzigen Abholzen ökologisch hochwertigster Wälder ganz zu schweigen.
    Bemerkenswert ist allerdings die Dreistigkeit mit der man inzwischen versucht, die Öffentlichkeit zu täuschen.
    mehr dazu hier

  2. Terenz sagt:

    Obsequium amicos, veritas odium parit.
    Gefälligkeit schafft Freunde, Wahrhaftigkeit Hass.

  3. Tertullian sagt:

    Credo, quia absurdum.
    Ich glaube es, weil es so widersinnig ist.

  4. Ovid sagt:

    Conscia mens recti famae mendacia ridet.
    Ein gutes Gewissen lacht über die Lügen des Gerüchts.

  5. Seneca sagt:

    Aequo animo audienda sunt imperitorum convicia.
    Mit Gelassenheit muss man die Vorwürfe Unkundiger hören.

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