Nach dem Feuer beginnt das Planen und Rechnen

Sporthalle Im Grüner wurde durch Großbrand in Schutt und Asche gelegt:
Bretten, (gm) Völlig niedergebrannt ist am Samstag die Brettener Sporthalle Im Grüner. Die Ursache des verheerenden Brandes ist nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Karlsruhe bisher noch unklar – für „wenig wahrscheinlich“ hält man gegenwärtig eine Brandstiftung. Zum Millionen – Schaden kommen die Schwierigkeiten, Schulsport und Vereinen eine neue Unterkunft zu suchen. Während auf der einen Seite noch Ursachenforschung betrieben wird, hatte Oberbürgermeister Paul Metzger bereits an den Feiertagen die Zukunft fest im Blick.
Sein ehrgeiziges Ziel: In einem Jahr soll eine neue Hallenlösung zur Verfügung stehen. Dem engen Zeitrahmen angepasst ist auch der nächste Termin. Dem Gemeinderat, aus dessen Reihen ein Bauausschuss gebildet werden soll, werden schon in der kommenden Woche Neubau-Alternativen mit entsprechenden ersten Skizzen vorgelegt.

Vorrangig sieht Metzger dabei zwei mögliche Lösungen. So steht einmal der Wiederaufbau der alten Halle mit der bereits vor drei Jahren von der Architekten Arbeitsgemeinschaft Fetzner, Ketzel und Selinka erarbeiteten und mangels kommunaler Finanzmasse auf Eis gelegten Ergänzung zur Diskussion. „Diese Planung existiert und könnte praktisch zum Teil auf den Fundamenten der alten Halle realisiert werden,“ stellt Metzger fest, macht dabei aber darauf aufmerksam, dass erst die weitergehenden Untersuchungen zeigen werden, ob die Fundamente noch verwertbar sind: „Vermutlich sind sie auch zu erneuern“.
Gleichzeitig macht der Brettener Verwaltungschef keinen Hehl daraus, dass er eine andere, seiner Ansicht nach deutlich bedarfsgerechtere, Variante favorisiert – den Bau von zwei dreiteiligen Hallen, die zudem die Option eines später zufügbaren, gemeinsamen Foyers beinhalten. Als Zwischenlösung für Schulsport und Vereine ist im übrigen unter anderem die Erstellung einer Leichtbauhalle durch einen privaten Anbieter im Gespräch. „Durch den Brand ist die Situation völlig neu zu überdenken -auch im Hinblick auf Bedarf und städteplanerische Gesichtspunkte,“ wirbt Metzger für einen neuen gedanklichen und planerischen Ansatz, in dem eine Halle nur für den Schulsport und eine zweite, nach internationalen Richtlinien ausgelegte Halle, auch für Wettkämpfe zur Verfügung stünde. Hinzu käme der Vorteil, dass sich eine solche Planung, die den Abriss der benachbarten Judokan Halle beinhaltete, weitaus besser und unkomplizierter in das Gebiet einfügen ließe.

„Denkbar wäre in diesem Rahmen auch eine Zusammenarbeit mit dem Turnverein, wenn der, zum Unterschied von der Stadt, mit Zuschüssen vom Sportbund rechnen könnte und dies auf die Versicherungsleistungen keinen negativen Einfluss hätte“, stellt der OB fest, der durchaus die Frage nach einer dritten Alternative zulässt. Für die er allerdings eine klare Einschränkung hat: „ Träume lassen sich nicht realisieren. Es gilt so zu planen, dass Wünsche in der Zukunft nicht verbaut werden aber mehr geht nicht“.
Den Träumen schieben, rechnet Metzger aus, die finanziellen Voraussetzungen einen starken Riegel vor. Rund fünf Millionen erwartet man von der Versicherung als Schadenssumme, abgezogen werden müssen die Kosten des zum Teil als Sondermüll zu entsorgenden Brandschutts -„verbleiben rund vier Millionen“. Mit Zuschüssen zum Bau kann Bretten nicht rechnen, trotzdem will Metzger „beim Land anklopfen und Gelder aus dem Ausgleichsstock beantragen. Aber das wird schwer, da gibt es viele Fragezeichen“. Mindestens zwei Millionen, schätzt der OB, wird die Stadt – auch unter Prüfung einer privaten Finanzierungs- partnerschaft zusätzlich aufbringen müssen: „Das ergibt mit Sicherheit eine zusätzliche Belastung und einen Nachtragshaushalt möglichst ohne weitere Neuverschuldung. Wir werden vielleicht doch auf die Rücklagen zurückgreifen und über eine Million entnehmen“.
Metzger deutet an, dass es auch um weitere Einsparungen geht: „Das heißt auch, Dinge neu in Frage zu stellen. Dieser Brand stellt uns in einer schwierigen Haushaltslage vor neue finanzielle Herausforderungen“.

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1 Antwort zu Nach dem Feuer beginnt das Planen und Rechnen

  1. F. Cizerle sagt:

    „Das ergibt mit Sicherheit eine zusätzliche Belastung und einen Nachtragshaushalt möglichst ohne weitere Neuverschuldung….“ sagt OB Metzger. Jetzt darf doch die Frage gestellt werden, wie ein Nachtragshaushalt – das ist eine zusätzliche Kreditaufnahme, zu den bisherigen Schulden – ohne Neuverschuldung aussieht? Die Diplom-Kaufleute lachen sich kaputt!!! Für mich (und hoffentlich für andere auch) als Normalbürger ist das nicht mehr zum lachen.

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