OB will in einem Jahr neue Halle eröffnen

Nachbargemeinden stellen ihre Sporthallen für Schulen und Vereine zur Verfügung
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Kaum hatte die Brettener Feuerwehr am gestrigen Morgen gegen 10 Uhr die letzten Glutnester in der Ruine der Sporthalle gelöscht, begannen intensive Gespräche von Seiten des Oberbürgermeisters mit Vertretern der Gebäudeversicherung, der Schulen, der Stadtwerke und der Vereine. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen spätestens in einem Jahr eine neue Halle eröffnen“, sagte Paul Metzger den BNN am Nachmittag. Diese Zielsetzung sei „zwar sehr ehrgeizig“, räumte der OB ein, aber bei steigenden Schülerzahlen und erhöhter Nachfrage von Seiten der Vereine habe die Stadt ,7keine Zeit zu verlieren.“

Die Schadenssumme liegt laut Metzger bei rund fünf Millionen Euro. Diese Summe setze sich aus dem Zeitwert des 1974 fertig gestellten Gebäudes sowie den Kosten der Entsorgung des belasteten Bauschutts zusammen. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass dieser Bauschutt nicht normal entsorgt werden könne. Mit der Versicherung für das Mobiliar und die Entsorgung könnte die Stadt mit 4,5 bis fünf Millionen Euro Schadensleistung rechnen, ist sich der OB sicher.
Freilich: „Dafür bekommt man aber keine in vier Abschnitte teilbare Halle – und schon gar keine, die Brettener Ansprüchen gerecht wird“. Schließlich sei die Sporthalle in der Vergangenheit stets wegen ihrer niedrigen De-
ckenhöhe und der nicht zeitgemäßen Ausstattung kritisiert worden. Wenn nun eine neue Halle gebaut werde, müsse diese dem Bedarf gerecht werden, will heißen sechsteilig sein.

Vorstellbar sind auch zwei Hallen: Da nämlich die Stadt keine Zuschüsse erhält, könnte der Turnverein als Antragsteller für eine bis zu dreiteilige Halle auftreten. Dann, so Metzgers Rechnung, könnte der TV Bretten einen Zu-schuss des Sportbundes in Höhe von 30 Prozent der Kosten erhalten. Die Stadt wiederum würde in diesem Fall nur die zweite Halle bauen, die dann eventuell als Aufwärmhalle genutzt werden könnte.
Über diese Ideen will der Verwaltungschef allerdings erst noch mit dem Architekten-Trio Fetzner, Ketzel und Seiinka sprechen, welches in den Siebzigern die alte Sporthalle geplant hatte. In der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag wird Metzger der Öffentlichkeit deren Überlegungen präsentieren. Er gehe davon aus, dass die neue Halle die Stadt insgesamt rund zwei Millionen Euro zusätzlich kosten werde. Zur Finanzierung denke er über einen Nachtragshaushalt nach, so Metzger.
Die Ursache des Brandes steht bislang immer noch nicht fest. Eine vorsätzliche Brandstiftung ist immerhin nach den neuesten Erkenntnissen der Kripo „als Ursache wenig wahrscheinlich“. Eher zieht man die Möglichkeit eines technischen Defektes in Betracht.

Der OB hofft, dass es nicht zu langen Untersuchungen von Seiten der ermittelnden Behörden kommt, sondern vielmehr, „dass wir schnell räumen und alles für den Neubau vorbereiten können.“
Als „erfreulich“ wertete Metzger die Reaktionen aus den Nachbargemeinden: Diese hätten sich bereit erklärt, ihre Hallenkapazitäten für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung zu stellen, sofern dadurch nicht die Interessen der eigenen Schulen und Vereine berührt würden. Noch in diesen Tagen werde er mit allen Schulleitern und den Bürgermeistern der benachbarten Kommunen sprechen, damit die Ausfälle im Schulsport minimiert werden könnten, erklärte der Verwaltungschef. Darüber hinaus prüfe die Stadt die Kapazitäten in den Hallen der Stadtteile.

Auch als Quartier für die Teilnehmer der „Tour de Ländle“ oder die Gäste des Peter-und-Paul-Festes scheidet das „Sporthotel Im Grüner“ (ein Tour-Veranstalter) nun aus. Alternativ gebe es inzwischen Überlegungen, die Schulen oder die Stadtparkhalle als Quartiere zu nutzen, sagte Metzger.
Gute Nachrichten hat Stadtwerke-Chef Stefan Kleck übrigens für die Nutzer des Hallenbades, das aufgrund der Zerstörung der Trafostation in der Sporthalle vorübergehend von der Stromversorgung abgeschnitten war: Wenn die Arbeiten an der provisorischen Strom-Überbrückung abgeschlossen sind, kann das Bad wieder seine Pforten öffnen. Das dürfte bereits am kommenden Wochenende der Fall sein, ist sich Kleck sicher.

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