Unterschriftenaktion mit Halbwahrheiten

Das Wort Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Volksherrschaft, Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk. Das Volk überträgt einer Persönlichkeit die Autorität und enthält sich dann der Mitwirkung an öffentlichen Angelegenheiten. Die Persönlichkeit, an die die Autorität auf Zeit vergeben wurde, ist dann nur seinem Gewissen verantwortlich und an keine Weisung gebunden. Unterschriftenaktionen sind ein zweischneidiges Schwert, es kommt darauf an, wer wie angesprochen wird. Wenn global gefragt wird: „Sind sie gegen die Abholzung des Rüdtwaldes“, wird fast jeder unterschreiben. Dies ist aber nur die hajbe Wahrheit, es soll nur ein Bruchteil gerodet werden und an einer anderen Stelle dafür wieder eine größere Fläche aufgeforstet werden. Wieviel der 6.000 Unterschriften stammen denn wirklich von mündigen Brettener Bürgern? Eine Unterschriftenaktion, die auf Halbwahrheiten beruht, bei der die Hintergrundgründe und der wahre Sachverhalt verschwiegen werden und bei der auch Nichtbetroffene mit unterschreiben, ist Null und Nichtig.

Eine emotionslose sachlich bezogene Unterschriftenaktion, die nichts verschweigt und auch eine Alternative beinhaltet, ist besser und dann sind 3.000 echte Unterschriften von betroffenen mündigen Bürgern weitaus mehr wert als 100.000 Unterschriften von Hinz und Kunz bei Halbwahrheiten. Egal wie man zu der Sache steht, der Brettener Gemeinde-rat hat demokratisch entschieden, und man muss diese demokratisch zustande kommende Entscheidung akzeptieren, wenn es auch schwer fällt.
Als ständiger Zuhörer der Gemeinderatssitzungen habe ich festgestellt, dass es sich der Brettener Gemeinderat nicht leicht gemacht hat und alle Argumente, die ein ganzes Buch füllen würden, ausgetauscht wurden. Über eine sinnvolle Querspange B292 – Ll 103 hat der Brettener Gemeinderat schon öfters beraten, es scheiterte aber am Votum von Oberderdingen. Dies wurde nie verschwiegen. Der Zug Brettener Nordumgehung ist längst abgefahren und gestorben.
Dies hätte in Zusammenhang mit einer Nordumgehung von Göls-hausen (die Lösung von Helmut Wirth, die damals von mir unterstützt wurde) als große Lösung realisiert werden können. Damals entschied sich der Brettener Gemeinderat jedoch mehrheitlich für die Südumgehung, die ich schweren Herzens akzeptieren musste.
Ein Betrieb siedelt sich dort an, wo er sich am besten aufgehoben fühlt. Wenn er sich an einem bestimmten Ort nicht ansiedeln will, kann es aber sein, dass er sich nur ein paar Meter weiter daneben ansiedeln will, wer will das beeinflussen.

Manfred Eberhardt
Veilchenweg 4
75015 Bretten-Büchig

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