Anziehen und Abstoßen

Gegensätzlichkeiten um den Brettener Einkaufsmagneten
Das wichtigste Bauprojekt des Jahres? Nicht wenige sehen es am Alexanderplatz, mit rotem Ziegeldach und einem leuchtendgelben M davor: Bretten hat endlich seinen McDonald’s bekommen. Das derzeit größte Bauprojekt aber wächst am Engelsberg in den Himmel. An der Stelle des ehemaligen Kinos entsteht ein Komplex aus Wohnungen und Geschäftsräumen. Im September soll er fertig sein. Gedacht war das Projekt zunächst als Einkaufsmagnet inmitten der Altstadt. Doch kein Investor fand sich, der hier ein großes Geschäft aufmachen wollte. Also plante man um, und die Stadt ging mit ihren Ansied-lungsplänen in den Brettener Süden, wies das alte Kühlerschmidt-Areal als „Fachmarktzentrum“ aus.
Mit Erfolg, denn dieser Standort erwies sich als attraktiv für Unternehmer, die dort Textilien und Schuhe, Drogeriewaren und Spielsachen anbieten möchten. Einzig der Wunsch nach einem Elektronik-Supermarkt geht vorerst nicht in Erfüllung.
Des einen Freud, des anderen Leid: So manchen stießen die Pläne fürs Fachmarkt-Zentrum regelrecht ab, zumal seit wenigen Tagen auf der anderen Seite des Bahndamms ein großes Textil-Kaufhaus entsteht, das im Herbst eröffnet werden soll. Mit zugeklebten Schaufenstern schockten Innenstadt-Ladenbesitzer im Juni ihre Kunden und drückten Sorge um ihre künftige Existenz aus.
Und die Nachbargemeinden zeigten sich überhaupt nicht glücklich darüber, dass ihre Bürger künftig mehr Geld in Bretten lassen könnten. Ringsum kam Protest von den Gemeinderäten, da änderte auch die Reduzierung der Verkaufsfläche auf Wunsch des Regionalverbands nichts. Brettens Oberbürgermeister hielt entgegen, seine Stadt könne nicht tatenlos zusehen, wie das Geld nach Karlsruhe und anderswohin fließt. „Kaufkraft-Bindung“ heißt das Schlagwort.
Schlechte Zeiten erlebt die Bauwirtschaft angesichts leerer öffentlicher Kassen. Gebaut wurde trotzdem, etwa an der Modernisierung des fast 50 Jahre alten Bernhardushauses der Laurentius-Pfarrei in Bretten. Oder an der Umgestaltung des ehemaligen Oberderdinger Schulhauses zu einem Tagungszentrum, das als neues Schmuckstück der Gemeinde gilt. Und auch im Brettener Freibad, das einen neuen Eingangsbereich erhielt.

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