Lkw-Lawine befürchtet

Lastwagen-Maut könnte Schwerlastaufkommen auf den Bundesstraßen 35 und 10 verschärfen

MÜHLACKER/ILLINGEN.Die Einführung der Lastwagen-Maut zum Jahresbeginn könnte den Anteil des Schwerlastverkehrs auf den Bundesstraßen 35 und 10 in Mühlacker und Illingen erheblich ansteigen lassen.
Laut den Verkehrszählungen des Straßenbauamts in Calw hat bereits heute der Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße 35 knapp 20 Prozent des Gesamtverkehrs erreicht. Täglich rollen mehr als 1800 Laster über diese wichtige Abkürzungsstrecke zwischen Autobahnanschlussstelle Bruchsal und Illinger Eck. Das Illinger Eck gilt heute mit mehr als 30 000 Fahrzeugen täglich als einer der wichtigsten Bundesstraßen-Verkehrsknotenpunkte im südwestdeutschen Raum.

Am Illinger Eck rollen die schweren Trucks vor den Ampelmasten beim Abbremsen mit ihren hohen Achslasten systematisch den Asphalt auf. „Selbst unser härtestes Material hält das nicht mehr aus“, meint Klaus Arnold, der Chef der Straßenbaubehörde auf PZ-Anfrage. Spätestens alle zwei Jahre müsse die Kreuzung „runderneuert“ werden. Der Schwerlastverkehr mit Tonnagen von 40 Tonnen je Fahrzeug hat an dieser Kreuzung inzwischen einen Anteil von 15 Prozent erreicht, die Norm liegt nur bei fünf Prozent. Das haben die Zählungen der Straßenbauverwaltung ergeben, die bei Mühlacker, Lienzingen und Illingen mehrere Messpunkte eingerichtet hat. „Wir müssen bald in Knittlingen im Hotel übernachten, um auf der B 35 zurück nach Mühlacker zu kommen“, meinte Spediteur Albert Craiss.

Nach Einführung dieser Maut für Lastwagen wollen die regionalen Speditionsfirmen jede Chance nutzen, um Autobahnkilometer zu sparen. Dabei rücken die B 10 und die B 35 als Abkürzungsstrecken nach Stuttgart in den Vordergrund. Diese könnten bald dem Andrang des Schwerlastverkehrs nicht mehr gewachsen sein. „Wir weichen bereits in Frankreich wegen der hohen Gebühren von den Autobahnen auf die Nationalstraßen aus und wollen unseren Fahrern genau die Fahrtroute vorschreiben“, sagte Firmenchef Craiss. Auch Unternehmer Martin Common aus Ötisheim sagte, seine Spezialtransporte würden für eine Fahrt nach Stuttgart möglichst nicht mehr über die Autobahn fahren.
„Die Bundesstraße 35 von Bruchsal über Bretten nach Stuttgart ist eine ideale Strecke. Ein Fahrer kann dort manche Gebührenkilometer sparen“, stellte Matthias Maisch von der gleichnamigen Spedition in Wiernsheim fest. Disponent Zeljko Brkic von der Spedition Binder in Lomersheim betonte, eine Tour über die B 10 nach Stuttgart und zurück erspare der Firma zwölf Euro an Mautgebühren. So hätten sich zahlreiche Unternehmen Computerprogramme zugelegt, die genaue Empfehlungen geben könnten, wann und wo die Autobahn am besten zu verlassen sei.

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