Brettener Diplomatie gegen Fabrikhallen an der Grenze

Knittlingen will ein 60 Hektar großes Gewerbegebiet
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier

Bretten. Dass Knittlingen unmittelbar an der Grenze zu Bretten ein mit 60 Hektar sehr opulent bemessenes Gewerbegebiet ausweisen möchte, gefällt den badischen Nachbarn ganz und gar nicht. Doch statt lautstarken Protests herrschte in der jüngsten Sitzung des Brettener Gemeinderats eher der diplomatische Ton vor: Die Verwaltungen sollen miteinander sprechen und versuchen, eine Lösung zu finden, die beiden Seiten gerecht wird, wünschte sich der Rat – wobei aber auch Skepsis herauszuhören war, ob die Knittlinger tatsächlich auf die Möglichkeiten verzichten würden, die ihnen ihr Regionalverband einräumt.

Denn im Regionalplan Nordschwarzwald ist das riesige Gewerbegebiet südlich der Bundesstraße 35 bereits ausgewiesen. Mit dem jetzt zur Debatte stehenden Knittlinger Flächennutzungsplan werden diese Vorgaben nur noch nachvollzogen. Dabei hatten noch vor vier Jahren die Gemeinderäte von Bretten und Knittlingen in einer gemeinsamen Klausursitzung ein nur rund 40 Hektar großes Areal als interkommunale Lösung für gut befunden. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Die Fläche wurde um 50 Prozent vergrößert, der Grünstreifen an der Gemarkungsgrenze aufgehoben und die Bebauung auch oben auf dem Höhenzug ermöglicht, wo sie das Landschaftsbild empfindlich stören könnte.

,,Wir respektieren die Planungshoheit der Stadt Knittlingen, aber ich bedauere diese Entwicklung, die bis an unsere Grenze heranreicht“, sagte Oberbürgermeister Paul Metzger. CDU-Sprecher Martin Judt plädierte dafür, am Plan eines interkommunalen Gewerbegebiets festzuhalten und noch einmal mit den Nachbarn zu verhandeln. Heinz Lang (SPD), der ob der Knittlinger Pläne einen „Aufschrei der Naturschützer“ vermisste, vermutete eine Knittlinger Retourkutsche und bat den OB um Verhandlungen. um zum früheren Konsens zurückzufinden. Einen Wortbruch gegenüber der früheren Position sah Heidemarie Leins (FWV/ LUB) und meinte, das Heranrücken an die Gemarkungsgrenze ohne Grünzäsur müsse ,,absolut verhindert werden“. Otto Mansdörfer (Grüne) schlug vor, Bretten sollte den Knittlingern konkret aufzeigen, was es an ihren Plänen akzeptiert und was nicht. Das mache Verhandlungen aussichtsreicher.

Er wolle einen fruchtbaren Dialog mit Knittlingen. erklärte OB Paul Metzger. „Ich hoffe, das wird uns nicht krumm genommen. Es geht uns hier wirklich um substanzielle Dinge.‘

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