Ein Gefühl der Ohnmacht bleibt zurück

Unverständnis und Frust bei Eltemvertretern der Schillerschule / „Müssen aber weiter arbeiten‘

Bretten (dia). „Die meisten Eltern hatten das Gefühl, es hat sich etwas getan, seit Vollers da ist – es wehte ein neuer Wind“, findet Eltern -beiratsvorsitzende Michaela Schreiber Worte, die die Stimmungslage an der Schillerschule ausdrücken, seit dem offiziell ist, dass der langjährige Vize einem anderen Bewerber um die Rektorenstelle Platz machen muss.

Arn Mittwochabend trafen sich die Elternvertreter noch einmal zu einer Sitzung. Ernüchterung ist eingekehrt. „Wir können nicht nur in Trauer versinken, wir müssen weiter mit der Schulleitung zusammenarbeiten“, versuchen einige Mütter sich gegenseitig zu motivieren. Die Elternvertreter hatten in den vergangenen Monaten alles getan, um dem Oberschulamt ihre Gründe zu vermitteln. Es gab Gespräche mit den Landtagsabgeordneten Peter Wintruff (SPD) und Franz Wieser (CDU), und schließlich wandte man sich direkt ans Kultusministerium.

Enttäuschung und Unverständnis empfinden die Eltern darüber, dass ihre Stimmen bei den Otaerschulamtsvertretern kein Gehör fanden. Zwar hatte die Behörde Schulträger und -konferenz zum Dissenzverfahren geladen. An der Entscheidung zu Gunsten von Theophil Kurt Großmüller änderte sich letztlich nichts. „Als Schulkonferenz hatten wir ein Anhörungsrecht. Mehr nicht“, ist sich Schreiber darüber im Klaren. „Aber dass das so wenig bewirkt, hätte keiner von uns gedacht“.
Die Elternvertreter hatten eine Art internes Bewerbungsgespräch mit allen drei Kandidaten geführt. Natürlich habe Vollers einen „Heimvorteil“ genossen, räumen drei Mütter ein. „Aber der hätte sich auch negativ auswirken können, wenn Vollers sich nicht bewahrt hätte“. Dies sehen die Eltern als Zeichen dafür, dass die Situation vor Ort, an der Brettener Schule, bei der Entscheidung überhaupt keine Rolle gespielt habe.

Denn gerade im vergangenen Schuljahr habe sich viel bewegt: Das Gewaltprojekt sei endlich verwirklicht worden, eine Kletterwand wurde aufgebaut, vieles sei erreicht worden. „Es hat einfach Spaß gemacht, zu sehen, was an der Schule möglich ist. Wir stießen immer auf offene Ohren“, fasst eine Mutter ihre Erfahrungen zusammen, die so ganz anders waren als bei ihrer früheren Arbeit im Elternbeirat einer Karlsruher Schule. Bei Vielen bleibt ein Gefühl der Ohnmacht zurück. „Ehrlicher wäre es gewesen, man hätte uns früher Bescheid gesagt“, meint eine Mutter, und eine andere fügt resigniert hinzu: „Engagement zahlt sich nicht aus.“

Dabei gehöre dies doch zu den neuen Inhalten der Bildungspolitik. Den Kopf in den Sand stecken wollen die Elternvertreter dennoch nicht. „Die Arbeit von zwei Jahren ist zunichte, aber wir müssen weitermachen. Es geht schließlich um unsere Kinder“. Und außerdem habe der Neue das Recht auf Fairness.

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