Schon im Oktober der erste Big Mac?

Auf Veit-Gelände haben die Bauarbeiten begonnen / Verkehrsprobleme erwartet
Von unserem Redaktionsmitglied Claudia Kraus

Bretten. Den Fans von Big Mac, Pommes oder Chicken McNuggets dürfte bei diesen Aussichten das Wasser im Mund zusammen laufen: Am 29. Oktober will die Fast-Food-Kette McDonald’s in Bretten ein Schnellrestaurant eröffnen. Vor zwei Tagen wurde auf dem Gelände des Autohauses Veit am Alexanderplatz mit den Bauarbeiten begonnen. „Das ist eine kurze Bauzeit“, gab Leander Schnell, Franchise-Partner des amerikanischen Fast-Food-Konzerns, bei einem Pressegespräch auf der Baustelle gestern zu. Doch wenn alles glatt geht, sieht Schnell keine Probleme, den Eröffnungstermin einzuhalten.

Vor etwa zwei Wochen wurde die alte Veit-Villa auf dem 2 380 Quadratmeter großen Gelände am westlichen Stadteingang abgerissen. Dort soll nun ein „Mc Drive“ mit einer Gebäudefläche von 353 Quadratmetern errichtet werden. 32 Auto-Stellplätze sind vorgesehen. Der Betreiber verspricht sich an diesem Knotenpunkt, wo mit B 35, B 293, L 1103 und K 3573 alle großen Hauptverkehrsadern zusammenlaufen, hohe Besucherzahlen. „Das ist der ideale Platz“, schwärmt Schnell, der mit rund l 000 Fahrzeugen am Tag rechnet. Etwa 30 000 Fahrzeuge wälzen sich derzeit täglich an diesem Verkehrsknotenpunkt vorbei. Bis 2015 rechnet man gar mit 40 000.

Genau hierin sieht Oberbürgermeister Paul Metzger das größte Problem bei der Ansied-lung von McDonald’s am Alexanderplatz: Angesichts des zu erwartenden Ansturms von Fast-Food-Liebhabern auf die neue Attraktion in der Stadt befürchtet Metzger größere Verkehrsprobleme. „Wir sind mit diesem Standort nicht glücklich“, gibt der Rathauschef zu. Autofahrer, die etwa aus Richtung Heilbronn oder Knittlingen kommen, werden beim Alexanderplatz auf die Linksabbiegespur fahren, um den MC Drive über die Tankstelle zu erreichen. „Das wird Verkehrsbehinderungen geben“, ist sich Metzger sicher. Für Besucher aus Bretten böte sich die Zufahrt über den Sil-cherweg, Gutenbergweg und die Alexanderstraße an.

Probleme sieht Metzger vor allem beim Abfluss des Verkehrs: Hat der McDonald’s-Besucher seinen Hunger gestillt, kann er den McDrive mit dem Wagen nur über den Gutenbergweg wieder verlassen. „Bei der Einmündung in die Melanchthonstraße wird es Rückstaus geben bis in den Gutenbergweg hinein – von Verkehr, der bislang nicht da war“, sieht Metzger voraus. Überhaupt befinde man sich bei dem gesamten dortigen Bereich in einer Grauzone: Der Bebauungsplan liegt bislang nur als Vorentwurf vor. Im Gemeinderat wurde ein von Metzger als dringend nötig erachteter Ausbau des Gutenbergwegs diskutiert. Aber das geht nur, wenn die Stadt dort Grundstücke kauft. „Wie die genaue Bebauung aussehen wird, steht noch nicht fest“.

Verwaltung und Gemeinderat hatten sich deshalb einen anderen Standort für das Schnellrestaurant gewünscht, und zwar auf der Diedelsheimer Höhe. Das wiederum schmeckte dem Franchise-Partner von McDonald’s, nicht. Bei der Entscheidung für den Alexanderplatz hatten Verwaltung und Gemeinderat aber nichts zu melden. „Es gibt einen Durchsetzungsanspruch von McDonald’s“, erklärt der OB und verweist auf das Regierungspräsidium in Karlsruhe als Oberste Baubehörde. Diese habe das Vorhaben genehmigt. „Wir als Untere Baubehörde konnten das nicht verhindern“, sagt Metzger. Der OB weiß aber auch um die Lust vieler Brettener auf Fritten und Burger. „Der Bedarf ist da“.

Was dem Autofahrer noch lange vor dem Genuss des ersten Fleischklopses bei der Fahrt über den Alex als Erstes ins Auge stechen wird, ist ein Werbe-Pylon mit dem bekannten gelben M auf rotem Grund, aufgebaut in 15 Meter Höhe. Schnell wollte eigentlich höher hinaus, aber hier legte die Stadt ihr Veto ein.

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