Beschäftigte sollen durch Aktienkauf die Firma sichern

Von Franz Stoffl
Den Firmennamen Utescheny soll es in Zukunft nicht mehr. Das teilte Firmengründer Herwig Utescheny bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung mit, zu der über 100 der 263 Beschäftigen der C + M Utescheny Spritzgießtechnik in die Innovationshalle der Zaisenhausener Firma gekommen waren.

Die Utescheny AG mit Werken in Sinsheim-Dühren und Bretten-Gölshausen hat Insolvenz angemeldet. Damit es für die C + M Utescheny Spritzgießtechnik nicht so weit komme, werde er kämpfen, sagte Geschäftsführer Herwig Utescheny. Der Firmengründer bedauerte, dass die Utescheny AG wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden mussten. Er betonte, dass die Spritzgießtechnik nicht von diesem Verfahren betroffen sei.

Die Firma sei nicht überschuldet, berief sich der Geschäftsführer auf eine Wirtschaftsprüfung. Die C + M sei jedoch in Insolvenzgefahr geraten, so der Firmenchef, weil sie unter anderem rund drei Millionen Euro der Utescheny AG-Firmen abdecken müsse. Herwig Utescheny zeigte sich zuversichtlich, dass die Firma unter einem neuen Namen weiter bestehen werde. Er machte der Belegschaft Hoffnung, dass mit einem neuen Konzept die Insolvenz abgewendet werde und es mit einer unstrukturierten Firma mit dem Namen Sommplast AG aufwärts gehe.

Herwig Utescheny plädiert dafür, Zaisenhausen als Standort zu erhalten. Er selbst werde an der neuen Firma nur noch als Investor beteiligt sein. Der Firmenchef stellte den Geschäftsführer der bereits gegründeten Nachfolgefirma Sommplast AG, Jürgen Kögel, vor. Kögel ist Bankier und Unternehmer. Zukünftig soll das neue Unternehmen von zwei Geschäftsführern geleitet werden.
Jürgen Kögel gab sich optimistisch: Die Firma C + M sei gesund und könne überleben. Kögels Konzept sieht vor, dass jeder Mitarbeiter mindestens zehn Aktien zum Kaufpreis von 500 Euro pro Aktie erwirbt. Außerdem werde der Verkauf von Genussgutscheinen zur langfristigen Vermögensbildung für Mitarbeiter angestrebt. Eine Verzinsung von mindestens sieben Prozent wurde in Aussicht gestellt. Das Geld soll zunächst auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden.

Das Ziel sei, so der neue Geschäftsführer, dass dadurch rund eine Million Euro zusammenkommt, die investiert werden. Er ermunterte die Beschäftigten, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, vom Aktienangebot Gebrauch machen. Weiter will Kögel mit den Banken über eine Liquiditätssicherung verhandeln und sich um Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Baden-Württemberg bemühen.

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