Stuttgart soll zur kinderfreundlichsten Großstadt Deutschlands werden

Sichtbarrieren sollen weg
Die Stadt ist um sichere Schulwege für Kinder bemüht
Stuttgart soll zur kinderfreundlichsten Großstadt Deutschlands werden – so will es zumindest Oberbürgermeister Schuster. Wie ist jedoch die Situation in der Landeshauptstadt bis jetzt? Wo sollte gehandelt werden? Heute: Verkehrssicherheit für Kinder.
Von Markus Heffner

Das Verkehrsproblem in Stuttgart hat viele Gesichter und zeigt sich auch bei der Römerschule. Die Grundschule liegt direkt an der Hauptstätter Straße, der Bundesstraße 14. Fünf Meter hinter dem Schulhof rollt vierspurig der Schwerlastverkehr. Der Weg für die Erst- bis Viertklässler steckt voller Gefahren und könne daher gar nicht oft genug geübt werden, betont der Leiter des Verkehrserziehungsdienstes der Polizei, Peter Schwarz.
Eine der wichtigsten Aufgaben von Stadt und Polizei sei daher, die Kinder auf die oft schwierige Verkehrssituation in der Stadt frühzeitig vorzubereiten. So wurden im vergangenen Jahr bei 226 Schulungen insgesamt 4864 Erstklässler in Theorie und Praxis unterrichtet.

Kinderunfälle

Dazu veranstaltete der Verkehrserziehungsdienst noch 279 Einheiten an Kindergärten, an denen 5307 Kinder teilgenommen hatten. Im Rahmen eines neuen Projekts haben Polizei und ADAC in diesem Jahr zudem zu einer ungewöhnlichen Verkehrserziehungsstunde eingeladen. Beim Theaterstück „Das kleine Zebra“ sollen die Kinder spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen, indem sie selbst es dem Zebra beibringen. Für ältere Kinder gibt es drei Jugendverkehrsschulen, an denen jährlich rund 4500 Viertklässler ihren Radfahrführerschein machen.Kinderunfälle
Eine der wichtigsten Aufgaben von Stadt und Polizei sei daher, die Kinder auf die oft schwierige Verkehrssituation in der Stadt frühzeitig vorzubereiten. So wurden im vergangenen Jahr bei 226 Schulungen insgesamt 4864 Erstklässler in Theorie und Praxis unterrichtet. Dazu veranstaltete der Verkehrserziehungsdienst noch 279 Einheiten an Kindergärten, an denen 5307 Kinder teilgenommen hatten. Im Rahmen eines neuen Projekts haben Polizei und ADAC in diesem Jahr zudem zu einer ungewöhnlichen Verkehrserziehungsstunde eingeladen. Beim Theaterstück „Das kleine Zebra“ sollen die Kinder spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen, indem sie selbst es dem Zebra beibringen. Für ältere Kinder gibt es drei Jugendverkehrsschulen, an denen jährlich rund 4500 Viertklässler ihren Radfahrführerschein machen.

Bei allen Präventionsmaßnahmen sei aber eines wichtig: Die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Kinder dürfe sich nicht am Leitbild des verkehrsgerechten Kindes ausrichten, vielmehr müsse der Verkehr selbst kindgerechter werden. Dazu gehöre unter anderem, die verschiedenen Schulwege selbst zu testen. Gemeinsam mit der Schulwegbeauftragten vom Ordnungsamt laufen die Beamten der Verkehrssicherheit daher regelmäßig die einzelnen Schulwegepläne der Stadt ab und suchen nach möglichen Gefahrenquellen. Ein Spritzschutz für Fußgänger kann dabei für Kinder genauso zur gefährlichen Sichtbarriere werden wie Hecken, Büsche und ähnliche Bepflanzungen. Wird etwas zum Beanstanden gefunden, wie zuletzt in der Degerlocher Albstraße, stünden bei der Stadt trotz finanzieller Engpässe alle Türen offen. „Wenn wir sagen, dass die Hecken an dieser und jener Stelle durch einen Bodendecker ersetzt werden müssen, passiert das meist schon am nächsten Tag“, sagt Schwarz.

Insgesamt 242 Verkehrsunfälle mit Kindern sind im Jahr 2002 im Stadtgebiet registriert worden (2001 waren es 248), wie in den Vorjahren kam dabei erneut kein Kind ums Leben. 47 Kinder wurden bei den zu rund 50 Prozent selbst verschuldeten Unfällen schwer verletzt, 200 leicht. Bei einem Landesdurchschnitt von 335 verunglückten Kindern unter 14 Jahren stehe Stuttgart zwar gut da, auf der Statistik ausruhen dürfe man sich aber nicht, betont Harald Trunk vom Referat für Verkehrssicherheit.

So hat Stuttgart nach wie vor ein äußerst lückenhaftes Netz an Radwegen, die häufig im Nichts oder an einer Hauptstraße enden. Verbessert werden können zudem noch etliche Ampelschaltungen, um gefahrlos diagonales Überqueren von Kreuzungen zu ermöglichen. Das Thema Tempo-30-Zonen in Wohngebieten hingegen, betont Trunk, sei ausgereizt: Mehr als die 240 verkehrsberuhigten Bereiche, die es in Stuttgart inzwischen gibt, könne man nicht ausweisen.

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