Bretten vor großer Zukunft

Stadt belegt in bundesweitem Vergleich „Zukunftsfähige Kommune“ Platz drei – Arbeitsplätze gewinnen
BRETTEN. Die Melanchthonstadt Bretten hat sich im bundesweiten Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“ in der diesjährigen Auswertung aller Indikatoren auf Platz drei vorgeschoben. Sie befindet sich damit für den Bereich aller Städte zwischen 15 000 und 100 000 Einwohnern auf dem Podest – auch wenn die Auslober des Wettbewerbs, unter anderem die Deutsche Umwelthilfe und die GP Forschungsgruppe München, offenbar in Zeiten leerer Kassen Preise und Urkunden nur noch für die beiden Erstplatzierten offerieren. Absolute Spitze ist Bretten dabei bei der Wiedernutzung von Brachflächen. Und bei der Anzahl der Wohngeld- und Sozialhilfeempfänger sichert sich die Melanchthonstadt jeweils Platz zwei, ebenso wie bei den Zahlungen von Sozialhilfe und bei der Qualität ihrer Fließwässer. Immerhin Platz drei kann Bretten bei der Versorgung mit Kindergartenplätzen verbuchen.

An dem interkommunalen Vergleich haben sich in dem entsprechenden Einwohnerzahlenbereich 33 Städte beteiligt. „Die Vermutung liegt nahe, dass dies nicht die strukturschwächsten sind, sondern die, die etwas vorzuzeigen haben“, rückt Stadtbaudirektor Gunter Lange die Gewichtung der eher bescheiden anmutenden Teilnahme zurecht.

Gelassen und nüchtern
Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger reagiert auf das Ergebnis der zweiten Brettener Beteiligung zwar auch nicht ohne Stolz, aber doch eher gelassen und nüchtern: „Man müsste da schon einiges an dieser Auswertung hinterfragen“, sagt er, „aber für mich ist es wichtig, dass wir in Ermangelung eines eigenen Statistischen Amtes auf diese Weise eine Datensammlung aufbauen können.“ Auf dieser Basis könne den Ämtern gesagt werden, wo noch etwas getan werden müsse.

Getan werden, das belegt das Ergebnis des Wettbewerbs, muss trotz der erfolgreichen Ansiedlungspolitik noch etwas im Bereich Wirtschaft. Nur auf Rang 30 landet Bretten nämlich mit einer „unausgeglichenen Wirtschaftsstruktur“. So gibt die Auswertung aller Indikatoren im Wirtschaftsbereich dem Oberbürgermeister und seiner Forderung nach neuen Flächen für Industrie und Gewerbe gerade zu einem Zeitpunkt Recht, an dem eine heftige Diskussion um ein neues Gewerbegebiet und die Notwendigkeit der Ansiedlung neuer Betriebe durch die Bürgerinitiative Rüdtwald entfacht worden ist. „Die Auswertung beweist, unser Nachholbedarf liegt im gesamten Spektrum der Wirtschaft“, bringt es Metzger auf den Nenner. Die Stadt sei bei der Anzahl der Arbeitsplätze absolut unterdurchschnittlich.

Das Ergebnis ist freilich auch eine Momentaufnahme, die zum größten Teil auf den Grundlagen von 2001 basiert. Zum Beispiel dürfte ein besonders schön aussehender Wert heute überholt sein: Platz eins bei der wenigsten Neuverschuldung dürfte nicht mehr zu halten sein.

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2 Antworten zu Bretten vor großer Zukunft

  1. Polak sagt:

    „Mit Statistiken kann ich alles beweisen, nur nicht die Wahrheit.“

  2. -el- sagt:

    „Ich glaube nur Statistiken, die ich selbst gefällscht habe“, sagte mal ein berühmter Mann.

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