Sparstrumpf per Post für die Gemeinderäte

Sparstrümpfe an alle Brettener Gemeinderäte hat der Bürgerarbeitskreis Bretten (BAK) in diesen Tagen verschickt. „Immer mehr Wachstum führt langfristig zu mehr Schulden“, bringt BAK-Aktivist Matthias Menzel sein Anliegen auf den Punkt

Wer gestern im Brettener Rathaus einen Amtsleiter, den Oberbürgermeister oder zuhause einen Stadtrat erreichen wollte, wurde vertröstet. Sie alle waren auf Klausurtagung, um über den Haushaltsplan 2003 zu beraten.
Den Brief des BAK werden die Herren und Damen Gemeinderäte dabei wohl nicht unterm Arm tragen. Die lockere Gruppierung von Bürgern hat es geschafft, sich zwischen viele politische Stühle zu setzen.
In seinem Schreiben kritisiert der Arbeitskreis unter anderem, dass sich der Schuldenstand der Stadt Bretten von 1987 bis 2000 um gut 47 Prozent erhöht habe. „Mit welcher Strategie sollen diese Schulden abgebaut werden?“, fragt der BAK und verweist auf Schätzungen, nach denen die Bevölkerung der großen Kreisstadt bis zum Jahr 2015 von derzeit rund 27 000 auf etwa 30 000 steigen könnte.

Der von Verwaltungsexperten aufgemachten Rechnung – mehr Einwohner bringen mehr Einnahmen, nicht zuletzt durch höhere Zuschüsse – schenken die Verfasser des Briefes keinen Glauben. Menzel verweist auf die Belastungen, die von 3000 Bürgern entstehen, zum Beispiel im Bereich Straßenverkehr: „3000 Menschen, das sind statistisch gesehen 2100 Fahrzeuge zusätzlich“, für die nicht zuletzt Parkraum geschaffen werden müsste. Hinzu kämen die üblichen Investitionen für die Erschließung neuer Wohngebiete, den Bau von Kindergärten und Schulen oder die Ausweitung der Verwaltung.
Bei Letzterem zumindest braucht sich Bretten derzeit nichts vorwerfen zu lassen. Die Stadtverwaltung verweist auf die geringen Personalkosten, die ihr im Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung eine Spitzenposition zuweisen. Auch bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze hat sich einiges getan: Seit 1998 ist ihre Zahl von 9000 auf mittlerweile 11 000 gestiegen. Als ein Beispiel für gelungene Ansiedlung von Firmen im Dienstleistungsbereich gilt die Zweigstelle der Fern-Universität von South Queensland in Australien. Gesellschafter sind die Universität, die Stadt Bretten, der Landkreis Karlsruhe, die Sparkasse Bruchsal-Bretten und die IHK Karlsruhe. Schneller als erwartet schreibt dieses Institut bereits in diesem Jahr eine „schwarze Null“.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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