Leserbrief : Missachtung, Interesselosigkeit und Gleichgültigkeit

Zum Bericht „Leitziele sind verwässert“ über die Lokale Agenda in Bretten:

Der Arbeitskreis Naturschutz und Landschaftspflege führt ehrenamtlich auf der Brettener Gemarkung Landschaftspflegemaßnahmen durch. Die wichtigsten davon waren in den Jahren 2000 bis 2002: Renaturierung des Scheuerwiesenbaches, mit Rückbau einer illegalen Verdohlung, Einbau von Steinschwellen in das Bachbett, Zurücksetzen der Kopfweiden und mit neuer Begleitpflanzung. – Pflege der Bachaue des Gölshäuser Dorfbaches zwischen Birkenweg und Merianstraße. Entfernen einer 70 Meter langen riesigen, überalterten Thujahecke, die nur durch den Einsatz schweren Gerätes des Gärtnerei- und Lanschaftspflegebetriebes Werner Dorwarth beseitigt werden konnte, Abräumen alter Gartenzäune, verfallener Gartenhütten und Abtransport von Schutt, anschließende Neubepflanzung. – Realisierung der seit 1987! von der Naturschutzbehörde, empfohlenen Bepflanzung im Gewann Steger See mit 800 Sträuchern und einem Dutzend Hochstämme. – Pflanzung einer 110 auf 4 Meter umfassenden Hecke und Anlage einer Streuobstreihe gleicher Länge auf der Gölshäuser Feldflur im November unter Beteiligung von 20 Mitbürgern.
Ein solches Engagement verdient die uneingeschränkte Unterstützung der Verwaltungsspitze. Obwohl in öffentlichen Sonntagsreden regelmäßig fest zugesichert, ist davon im konkreten Einzelfall nichts zu spüren.

Der Arbeitskreis hätte sich beim gemarkungsüberschreitenden Projekt Heckenvernetzung Steger See (Knittlingen-Bretten) oberbürgermeisterliche Unterstützung gewünscht. Noch wichtiger wäre das Mitwirken des OB, wenn es um Grundstücksneuordnungen zur Landschaftspflege geht. Ein Bruchteil des bei diversen Industriekarussellen gezeigten Geschicks würde ausreichen, einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen. Die Problemlagen sind sehr ähnlich.

Das notwendige Engagement seitens des OB jedoch nicht vorhanden. Wenn in der Gemeinderatssitzung vom 3. Dezember einzig der Arbeitskreis „Schweizer Hof“ als erfolgreich dargestellt wird, so muss dies von den Bürgern, die ehrenamtlich in der Landschaftspflege arbeiten, als Unverschämtheit empfunden werden.
Obwohl zwei Gemeinderäte der CDU Mitglieder des Arbeitskreises Naturschutz und Landschaftspflege sind, war keiner in der Lage, dessen Leistung darzustellen. Das Verhalten von Verwaltungsspitze und Gemeinderat zu diesem wichtigen Thema ist durch Missachtung, Interesselosigkeit und Gleichgültigkeit gekennzeichnet.
Die Aktiven werden sich davon nicht entmutigen lassen. Sie werden weiterhin gegen den leisen Tod, das stille Sterben von Pflanzen und Tieren ankämpfen. Sie werden weiterhin für die Lebensqualität und Schönheit des Kraichgaus arbeiten.
Jeder Bürger ist eingeladen, mit nur wenigen Arbeitsstunden im Jahr zu helfen. Gerade auch jüngere an dieser lohnenden Zukunftsaufgabe Interessierte sind herzlich willkommen. Der nächste Einsatz ist am 25. Januar. Dann stehen Nacharbeiten und Ergänzungen an den oben aufgeführten Projekten an.

Gerhard Fritz
Albert-Einstein-Straße 12
Bretten

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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