Grenze muss aus Köpfen

Brettener Oberbürgermeister nach der Wahl

BRETTEN. Paul Metzger hat sich nach seiner dritten Wahl zum Brettener Oberbürgermeister vorgenommen: „Ich arbeite weiter daran, Grenzen in den Köpfen zwischen Badenern und Württembergern abzubauen. Im gestrigen Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ meinte der CDU-Kommunalpolitiker nach seiner mit 97,3 Prozent erfolgten Bestätigung am vergangenen Sonntag: „Leider sind diese Grenzen immer noch anzutreffen nicht nur zwischen dem Osten und Westen Deutschlands.“

Der 57-jährige Rathaus-Chef der Melanchthonstadt will in den Amtsjahren 17 bis 24, „das vollenden, was begonnen wurde.“ Zunächst gelte es Straßenbau-Maßnahmen und die Komplettierung der Stadtbahn-Einrichtungen anzugehen. Metzger wirbt vor Beginn seiner letzten Legislaturperiode als OB für seine „Nischen-Idee Brettens. Das bedeutet: „Wir sind nicht eine große Einkaufsstadt wie Karlsruhe oder Pforzheim, aber wir sind eine Stadt mit viel Flair.“

Angesprochen auf die niedrige Wahlbeteiligung von 34,2 Prozent, die gegenüber seiner Wahl im Jahre 1993 um fast 20 Prozent sank (damals betrug sie exakt 53 Prozent), relativiert der aus dem badischen Heidelsheim stammende Schultes: „Wenn ich die 50 Prozent Wahlbeteiligung in Mühlacker vom selben Tag vergleiche, wo ein neuer Oberbürgermeister gewählt wurde, bin ich sehr zufrieden. Meine Hoffnung waren 30 Prozent plus x. Und das habe ich erreicht.“

Für viele Brettener sei es vor acht Jahren „psychologisch gesehen, eine richtige Wahl gewesen, weil dort drei Namen auf den Stimmzetteln standen, wenngleich dies mit Dauerkandidat Werner Tereba und dem damaligen NPD-Bundesvorsitzenden Günter Deckert keine Riesen waren. Diesmal war nur mein Name darauf zu lesen.“

Man müsse auch sehen, dass er in einer Stadt mit neun Stadtteilen, „in denen ich nicht täglich bin,“ kandidiert habe. Er befinde sich in Sachen Wahlbeteiligung „auf einer Wellenlänge“ mit dem ebenfalls am vergangenen Sonntag wiedergewählten Niefern-Öschelbronner Bürgermeister Jürgen Kurz und das bei über 27000 Einwohnern in Bretten.

Einige Gründe für das gesunkene Interesse, die Stimme abzugeben, hat Metzger ausgemacht: „Viele Menschen sind grundsätzlich nicht so begeistert, zur Wahl zu gehen. Die Politikverdrossenheit beziehe ich aber nicht auf Bretten. Ich bin da selbstbewusst. Die Brettener haben einfach gesagt: ,Unser Paul ist sowieso gewählt.¬“ Außerdem gibt er zu bedenken: „Ich habe keine Selbstbeweihräucherung betrieben und keinen Prospekt, kein Plakat, keine Leistungsbilanz drucken lassen oder vorgelegt. Auch auf private Veranstaltungen habe ich verzichtet. In der Kernstadt fand nur eine Bürgerversammlung statt.“ Knapp 900 EU-Bürger und viele eingedeutschte Türken hätten zudem die Beteiligung nach unten gedrückt.

Von 6656 Brettenern, die den Gang zur Urne nicht gescheut haben, haben 298 ein ungültiges Votum abgegeben und 174 andere Namen auf den Stimmzetteln eingetragen. Diese insgesamt 7,1 Prozent Abweichler beunruhigen das Stadtoberhaupt nicht: „Wenn ich keine Gegenstimmen bekommen hätte, müsste ich mich fragen, ob ich meinen Job richtig mache.“

Rekordmann unter den 174 „Sonstigen“ war Brettens zweiter Mann, Bürgermeister Willi Leonhardt. Der Wahlleiter, der als Parteiloser ebenso wie Metzger auf der CDU-Liste in den Kreistag eingezogen ist, vereinte 26 Stimmen auf sich. Einzelne gültige Voten entfielen unter anderem auf den entlassenen Leiter des Faustmuseum und Faustarchivs in Knittlingen, Günther Mahal, und Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Stimmen für Tarzan, Micky Maus und Donald Duck mussten dagegen als ungültig bewertet werden.

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1 Antwort zu Grenze muss aus Köpfen

  1. mm sagt:

    Die Grenze im Kopf hat, betrachtet man seit damals den Fortgang, bzw. Stillstand in der interkommunalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Gewerbeansiedlungen, nur der Brettener Schultes. Der weigert sich weiterhin mit seinen Kollegen, nicht nur aus dem Enzkreis, zusammenzuarbeiten.
    Egoismus pur, ein Brett vorm Kopf und „e große Gosch“, das reicht doch, oder??

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