Die Sporgasse gar nicht angeboten?

Nicht allen möglichen Investoren ist in Bretten der Sporgassenparkplatz von der Stadt angeboten worden, sagt die Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen (AdS). Sie beruft sich dabei auf den Vertreter von Famila, der erst von der AdS über die Möglichkeiten an der Sporgasse erfahren haben soll.
Von Oberbürgermeister Paul Metzger wollte unser Redaktionsmitglied Werner Schoger wissen, ob dieser Standort in der Innenstadt nicht angeboten worden ist.

Paul Metzger: Ich habe mit Famila nicht selbst gesprochen, weiß aber, dass deren Anfrage gezielt der Diedelsheimer Höhe und dem Standort Stadtbahn Bretten-Mitte galt. Interessierte Beobachter aus Pforzheim sehen offenbar, dass Bretten bemüht ist, die Kaufkraft an die Stadt zu binden. Dies beim Ausbau der Diedelsheimer Höhe und sie beobachten, dass man mit Bretten-Mitte eine weitere Entwicklung eingeleitet hat.

BNN: Sie haben mehrfach darauf hingewiesen, dass die Überbauung des Sporgassenparkplatzes auch von der Infrastruktur her problematisch ist. Wo liegen denn diese Probleme?

Paul Metzger: Alle Betreiber, die sich bislang diesen Platz angesehen haben, sehen Konflikte zwischen einer „optimalen“ Nutzung und der Rücksicht auf den Straßenraum der mittelalterlichen Stadt. Bringt ein Unternehmen optimal Frequenz an diesen Standort und baut danach, dann verkraftet das die Innenstadt nicht, nimmt der Investor darauf Rücksicht, dann leidet darunter die gewünschte Frequenz. Da war bei Kriegbaum so, das war bei Langbahn so und das war auch bei Krause so. Sie alle kamen zum gleichen Ergebnis. Krause ist ja nur Investor. Er aber steht mit allen leistungsfähigen Handelsgruppen in Verbindung.

BNN: Gibt es Kontakte zur Leitung der Sparkasse Bruchsal-Bretten, die nach Mitteilung der AdS eine Finanzierung über einen Investmentfonds („von namhaften Versicherungsgesellschaften“) angeboten haben soll?

Paul Metzger: Ich habe angekündigt, dass im Mai, Juni dem Gemeinderat eine Planung für die Sporgasse zur Entscheidung vorgelegt wird. Dabei werden alle möglichen Überlegungen zur Verwirklichung angestellt. Ohne solche Pläne wird ständig nur „aus dem hohlen Bauch heraus“ spekuliert. Die Wunden des Straßenbaus müssen geschlossen und es muss alles sorgfältig abgewogen werden.
Wichtig ist, dass unser kleiner Marktplatz ergänzt wird um einen Bereich, der den Wochenmarkt ermöglicht und weitere Veranstaltungen. Und wichtig ist auch eine Randbebauung. Und dabei lege ich auch wert auf die Gestaltung von der „Krone“ hinab bis zum Kaufhaus Schneider. Je mehr Frequenz wir uns auf diesem Platz wünschen, umso tiefer muss gebuddelt werden.

Die 200 Parkplätze reichen jetzt gerade für die Innenstadt aus. Ein „Frequenzbringer“ verlangt 400 weitere Parkplätze. Und die kann man nur über eine Tiefgarage schaffen.Was auf der Sporgasse möglich ist, ist ein Kaufhaus mit den üblichen Ergänzungen (wird stehen mit Interessenten in Verhandlungen) und der Bereich der Dienstleistung. Also l 200 Quadratmeter und nicht 5 000 bis 6 000 Quadratmeter.
Bei diesem Thema geht es auch um die Frage, „Wollen wir ein kleines Städtchen bleiben oder Karlsruhe überholen?“ Das ist ja nun nicht geplant. Zur Innenstadt gehört der Wohnbereich und das kann ich mir am Rand des Stadtparks, im zweiten oder dritten Obergeschoss, sehr gut vorstellen. Das wäre gut eingebunden in die Altstadtstruktur. Wir dürfen die Schneise nicht weiter schlagen durch Straßenbau in alle Richtungen. Das Flair der Reste der ehemaligen Innenstadt muss erhalten bleiben. Die Pfluggasse zum Beispiel lässt noch gute Erinnerungen an die ehemalige Altstadt zu.
Es wird im Mai, Juni verschiedene Vorschläge geben, auch über die Finanzierung werden wir etwas sagen können. Voraussetzung für alle Überbauung ist der Erwerb der restlichen Grundstücke. Von Famila in Pforzheim haben wir außerdem noch nichts gehört. Wir werden dort zu gebotener Zeit nachfragen.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Innenstadtentwicklung abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Die Sporgasse gar nicht angeboten?

  1. Proll sagt:

    Vielleicht ist aber auch strategisches, zielorientiertes und langfristiges Denken und Planen nichts für Leute, die nach dem Prinzip „operative Hektik ersetzt geistige Windstille“ vorgehen?

  2. mm sagt:

    das hört sich nun, im Jahr 2009, völlig anders an! Herr Metzger hat wieder einmal eine 180 Grad Drehung hingelegt, was ihn aber nicht davon abhält, wieder zu glauben, dass er und nur er Recht hat! Stadtentwicklung nach jeweiliger Laune des Chefs, den Eindruck macht die Innenstadt von Bretten auf mich allerdings schon lange.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert