„Drosselgasse“ Dorn im Auge

Kneipen-Dichte in der Straße in Bretten – Wohnwert durch nächtliches Treiben verloren gegangen
Von PZ-Mitarbeiterin Gabriele Meyer
BRETTEN. Von der „Drosselgasse“ ist in Bretten immer wieder die Rede – und gemeint ist damit keineswegs der weinselige Rüdesheimer Straßenzug, sondern die Pforzheimer Straße in der Melanchthonstadt die Kneipen und Gaststätten in ungewohnter Dichte aufweist und durch ihr nächtliches Treiben immer mehr an Wohnwert verliert Oberbürgermeister Paul Metzger ist sie seit langem ein Dorn im Auge, doch obwohl der Gemeinderat geschlossen hinter ihm steht vermag er mit seinem Veto gegen weitere Projekte dieser Art kaum etwas auszurichten. Jetzt hat der Gemeinderat den Bebauungsplan Westliche Altstadt beschlossen, mit dem man wenigstens einige Mittel zur Verhinderung einer gastronomischen Fehlentwicklung an dieser Stelle in den Händen zu halten hofft Wenngleich – die Hoffnung ist gering, solange Verwaltungsgerichte die Genehmigung weiterer Gaststätten von der Stadt erzwingen.

So wird in einer ehemaligen Metzgerei jetzt gegen den Willen der Stadt einer Klage des potenziellen Betreibers die gastronomische Bandbreite in der Pforzheimer Straße um eine weitere Facette „bereichert“. Für Metzger ist der Gerichtsbeschluss ein Ärgernis. „Das ist kontraproduktiv zu dem, was wir wollen.
Wir wollen hier neue Fehlentwicklungen, die das Wohnen in der Altstadt belasten, vermeiden und werden auch zukünftig einseitig strukturierte Gaststättennutzungen ablehnen. Von den Gerichten wird nur noch bewertet. Wenn sich da schon so viele befinden, da kann auch noch eine dazu.“

„Da gehen gewachsene Strukturen durch Geschäftemacherei flöten“, erhielt Metzger Unterstützung durch SPD-Stadtrat Werner Hellebrandt. Der weiß, wovon er spricht – wohnt er doch selbst in der Altstadt „Es ist traurig, dass man durch Gerichtsurteile gebremst wird.“ Er forderte als weitere Maßnahme zur Sicherung der Altstadtstruktur dazu auf, „alles unter Schutz zu stellen, was schützenswert ist“.
In diesem Zusammenhang hat der OB bereits den denkmalpflegerischen Ensembleschutz der alten Stadtanlagen im Visier. Erste Gespräche mit dem Denkmalamt haben schon stattgefunden: „Ich habe es dazu ermuntert, mit uns gemeinsam eine entsprechende Satzung vorzulegen“

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