„Lothar nur Vorgeschmack“

Eröffnungsveranstaltung zur „Lokalen Agenda“ fand im vollbesetzten Brettener Ratssaal statt
BRETTEN. Die düsteren Prognosen machten die Zuhörer sichtlich betroffen: Erschöpfung der Rohstoffressourcen in rund 50 Jahren, bereits in 10 bis 15 Jahren eine Klimaerwärmung um fünf Grad im Sommer und einem Grad im Winter, eine Häufung von Naturkatastrophen, von denen „Lothar“ nur einen kleinen Vorgeschmack gebildet hat und Wassermangel – nur einige der Horror-Zukunftsperspektiven, die Dr. Reinhard Jank, Geschäftsführer der Klimaschutzund Energieagentur Baden-Württemberg, im voll besetzten großen Ratssaal in Bretten zum Auftakt der „Lokalen Agenda“ am Freitagabend aufzeigte.

Das Fazit war nicht schwer zu ziehen. „Wir setzen die Zukunft aufs Spiel, wenn es uns nicht gelingt eine andere Entwicklung einzuleiten.“ Wegschieben der Probleme, machte Jank deutlich, sei nicht mehr möglich: „Schon wir selber werden mit den Ergebnissen unseres Verhaltens leben – nicht erst unsere Enkel. Wir müssen innerhalb von 10 bis 20 Jahren eine dramatische Reduzierung der Emissionen erreichen.“

Genug Möglichkeiten
Möglichkeiten gebe es genug, hob Jank hervor und wies sogleich auf das strahlende Lampennetz am Brettener Ratssaalhimmel: „Das kostet doppelt so viel Energie wie man zur Beleuchtung einer Tennishalle braucht“ Mit Erfahrungen aus anderen Städten belegte er das Einspar-Potenzial auf lokaler Ebene. So seien etwa in Schulen durch verschiedene Maßnahmen die Energiekosten auf rund 50 Prozent heruntergefahren worden – gleiches gelte vor allem auch für den Altbaubestand bei Wohnungen. Dass Verbesserungen sich schon durch eigenes, verantwortliches Handeln erreichen lassen, will die Stadt Bretten jetzt verstärkt unter Beweis stellen. Die überraschend gut besuchte Eröffnungsveranstaltung zur „Lokalen Agenda“, einer Umsetzung der Beschlüsse der Umweltkonferenz von Rio auf lokaler Ebene, bildete den Auftakt zu einem breit angelegten Programm, mit dem Zielsetzungen und Visionen mit konkreten Maßnahmen im kommunalen Bereich verknüpft werden sollen.

Dies sei aber, rief Oberbürgermeister Paul Metzger zur Mitarbeit auf, nicht allein durch Verwaltungsvorgaben zu erreichen: „Die Bevölkerung muss sich den Herausforderungen der Zukunft stellen. Unser Stichwort dazu heißt: Global denken und lokal handeln.“

Verschiedene Zielsetzungen
Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat der Melanchthonstadt die Bildung von fünf Fachlenkungskreisen beschlossen, die die verschiedenen Zielsetzungen der „Lokalen Agenda“ (Schwerpunkt Klimaschutz) unter den Gesichtspunkten Stadtentwicklung, Menschen in der Stadt Naturschutz und Landschaftspflege, Klimaschutz sowie Sicherheit und Ordnung umsetzen sollen. Mittlerweile haben sich eine Vielzahl von Einzelpersonen, Institutionen und Vereinen zur Mitarbeit bereit erklärt.
pm

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Sonstiges abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu „Lothar nur Vorgeschmack“

  1. Herb. Kl. sagt:

    Lokale Agenda

    Die Bewunderung hierüber bleibt einem als Lächeln im Halse stecken!

  2. spezi sagt:

    „Mittlerweile haben sich eine Vielzahl von Einzelpersonen, Institutionen und Vereinen zur Mitarbeit bereit erklärt.“ 🙂

    Und wie viele sind noch dabei? 🙁

  3. mm sagt:

    Unser Stichwort dazu heißt: Global denken und lokal handeln.”
    Der, der das von sich gab, handelte kurz darauf „lokal“, indem er 22ha ökologisch hochwertigen Wald abholzen lies! Das ist doch alles nur noch erbärmlich, Herr Metzger!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.