Paul Metzger tritt für die CDU an

Eintritt in die Partei und Kreistags-Kandidatur für die Christdemokraten
BRETTEN.
Hinter vorgehaltener Hand machte es als Gerücht schon länger die Runde. Jetzt ist es heraus: Rrettens bisher parteiloser Oberbürgermeister Paul Metzger wird bei der nächsten Karlsruher Kreistagswahl im Oktober nicht mehr für die Freien Wähler kandidieren, sondern die gemeinsame Wahlliste der CDU Bretten/Gondelsheim anführen. In einer Pressekonferenz bestätigen CDU und OB die Besiegelung des politischen Pakts. Metzger, von 1964 bs 1983 SPD-Mitglied und in Bretten zur Oberbürgermeisterwahl als parteiloser Kandidat angetreten, will, wie er gestern ankündigte, außerdem die Mitgliedschaft in der CDU beantragen. Auch sein Stellvertreter, der Brettener Bürgermeister und Kämmerer Willi Leonhardt wird als parteiloser Kandidat neuerdings auf der Liste der CDU zu finden sein – er belegt Platz drei hinter der Stadtverbandsvorsitzenden Irmgard Klein.

Der CDU- Vorstand hat, wie Irmgard Klein und ihr Stellvertreter und Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat, Erich Hochberger, in der Pressekonferenz mitteilten, sich einstimmig für die neue Liste ausgesprochen. Bestätigt werden müssen Kandidatinnen und Plätze allerdings noch am kommenden Montag von der Nominierungsversammlung von der allerdings keine abweichenden Voten erwartet werden.

Es gebe seit langem eine ausgeprägte Übereinstimmung zwischen der CDU und ihm in kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen, nannte Metzger einen Teilaspekt für seine CDU- Kandidatur. Vorrang vor kommunalpolitischen Aspekten, unter die der Brettener OB auch die in der letzten Zeit kontroversen Diskussionen mit den Freien Wählern im Gemeinderat zählt, habe aber eine grundsatzpolitische Thematik: „In die Bundes- und Landespolitik muß mehr kommunaler Sachverstand hinein. Vieles wird auf die Gemeinden nach unten verlagert, und da entzieht man sich als Unabhängiger der Verantwortung.

Ich habe mit einigem Vorbehalt in den letzten Wochen beobachtet, wie man bei uns erklärt, ein Bürgermeister müsse nach allen Seiten offen sein. Jeder Bürgermeister muß vor Ort versuchen, auszugleichen und eine gemeinsame Linie zu finden, aber im Bund, Ländern und Kommunen sind die Geschicke so eng miteinander verflochten, daß man über die Kommune hinaus wirken muß. Nach allen Seiten offen zu sein, heißt für mich letztendlich, den Egoismus freien Lauf zu lassen. Kandidatur und CDU-Eintritt seien für ihn kein schwieriger Schritt gewesen, erläuterte Metzger weiter.

Nach seinem Austritt aus der SPD, in die er als 19jähriger spontan eingetreten sei, habe er als Heidelsheimer Ortsvorsteher eng mit der CDU zusammengearbeitet, die ihn dann schließlich sogar beim Brettener OB- Wahlkampf unterstützt habe. Eigentlich habe er in keine Partei mehr eintreten wollen, stellte Metzger, der sich selbst als „politisch konservativ geprägt und sozial stark engagiert“ bezeichnet, fest. Ausschlaggebend für seinen Entschluß sei neben aktuellen politischen Entwicklungen letztlich aber die Möglichkeit gewesen, „meine Grundüberzeugung in dieser Partei wiederzufinden“.

Eine Überraschung ist Metzgers Nichtantreten bei den Freien Wählern nicht mehr – in nichtöffentlicher Sitzung hatte der OB dem Gemeinderat seinen Beschluß schon mitgeteilt. Auch Fingerzeige, daß der Verwaltungschef zur CDU tendiert, lagen vor. Metzger ist Mitglied der CDU-Fraktion im Deutschen Städtetag und gehört zum Freundeskreis von Lothar Späth. Für Erich Hochberger lag es auf der Hand: „Wir haben die gleichen politischen Grundsätze, der Oberbürgermeister steht den Grundüberzeugungen der CDU sehr nahe – auch mit dem Ziel, daß die Region Bretten im Kreistag optimal vertreten ist.“
gm

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