Stadt zahlt 146 000 Mark für den Kinderspaß

Am Ende der Anne-Frank-Straße in der Kupf erhälde gibt es bis zum Sommer neuen Spielplatz
Alter Nußbaum bleibt stehen / Neue Hauptsatzung verbessert Zuständigkeiten des OB
ws- Bereits im Sommer dieses Jahres sollen die Kinder auf dem neuen Spielplatz am Ende der Anne-Frank-Straße in der Brettener „Kupferhälde“ spielen können. Dies beschloß der Gemeinderat in jüngster Sitzung, nachdem er die Pläne für den 750 Quadratmeter großen Spielplatz, die vom zuständigen Arbeitskreis überarbeitet worden sind, genehmigt hat.
Die Stadt erhofft sich etwa 80 000 Mark an Spenden von den Bauträgern aus der Kupferhälde für den Kinderspielplatz, rechnet mit Eigenleistungen von 11 000 Mark und stellt selbst 55 000 Mark zur Verfügung. Der Spielplatz wird für die zwei unteren Altersstufen, also bis zu zwölf Jahren, konzipiert. Er liegt vor dem Lärmschutzwall der B 35 und der dortigen Garagenzeile. Zur Bundesstraße hin soll der Spielplatz durch eine Lärmschutzwand abgesichert werden.

Das Gelände wird leicht modelliert, Mattenschaukel, Hangrutsche, Baugerüst und Sandspiellandschaft sollen dort aufgestellt oder angelegt werden. Außerdem bleibt ein schöner Nußbaum erhalten, der zunächst mit Klettergerüst und Breitrutsche umgeben werden sollte.
Der Arbeitskreis wollte jedoch auf diese „Umgürtung“ verzichten und das eingesparte Geld sollte dafür an anderen Spielpunkten in der Kupferhälde investiert werden. Dem hielt der OB entgegen, daß nichts eingespart werde, weil die Mittel ohnehin zu knapp kalkuliert seien. Um den Nußbaum soll jetzt, so regte man im Gemeinderät an, eine Sitzbank kommen, weil die kleineren Kinder beim Spielen von den Müttern beaufsichtigt werden müssen.

Der Gemeinderat hat die vom Arbeitskreis vorgeschlagene Ausstattung und Gestaltung des Spielplatzes nicht ohne Debatte übernommen. Heinz Lang (SPD) fand, daß zuviel vorgegeben werde. Eine schöne, modellierte Grasfläche lade zum Ballspielen und zur Bewegung ein. Spielen bleibe dann das, was es sein sollte: Es fordere die Fantasie und den Bewegungsdrang der Kinder. Auch gegen zu-viele Hecken und Sträucher wandte man sich im Gemeinderat. Dort sammelte sich allerlei Unrat, der den Spielplatz allgemein verleide. Bernhard Kurz (CDU) verwies darauf, daß Damm und Lärmschutzwand so gestaltet sein müssen, daß kein Kind darüber kommen und auf die Bundesstraße laufen könne.

Insgesamt war man sich einig, daß vor allem nach Ausbau des alten Sportplatzes zu einem Bolzplatz und weiteren Spielpunkten (so auch beim geplanten Zentrum) die Spielmöglichkeiten für Kinder in der Kupferhälde optimal seien.

Zu Beginn der Ratssitzung hatte der Gemeinderat die Hauptsatzung geändert. Danach wird in Büchig die Zahl der Ortschaftsräte auf sieben erhöht, der Ortsvorsteher ist künftig ehrenamtlich tätig, und die Zuständigkeiten des Oberbürgermeisters werden deutlich verbessert – nach dem Beispiel anderer vergleichbarer Städte.

In der Kupferhälde hat der Gemeinderat auch den Bebauungsplan geändert. Statt des im „Block B“ zunächst vorgesehenen Geschoßwohnungsbaus sollen dort Reihenhäuser entstehen. Damit unterwirft sich der Gemeinderat (nicht zum ersten Mal) den Gesetzen des Marktes: Wohnungen sind kaum an den Mann zu bringen, während Reihenhäuser derzeit ein „Renner“ sind.
Junge Familien argumentierten, daß hundert Quadratmeter Grün am Haus allemal kinderfreundlicher seien als ein Balkon, berichtete der OB. Im Gemeinderat wurde angeregt, die Besitzer der Reihenhäuser von einer gemeinsamen Planung ihres Grüns an den Häusern zu überzeugen.

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