Uni-Sponsoring in Millionen höhe

Brettener Oberbürgermeister nach Rückkehr aus Australien: Gemeinnützige Gesellschaft entsteht
BRETTEN.
Fast zwei Tage lang haben Oberbürgermeister Paul Metzger und die übrigen sechs Mitglieder einer Brettener Delegation kein Bett berührt.
■ Von PZ-Redakteur Bruno Knöller
Gestern um 6 Uhr trafen sie auf dem Frankfurter Flughafen von Toowoomba/Australien kommend ein. Schon um 11 Uhr standen sie in einer Pressekonferenz Rede und Antwort über den in der Melanchthonstadt bevorstehenden Aufbau des Europäischen Studien- und Forschungszentrums der Universität von Süd-Queensland (USQ). „Es war Streß pur. Wir waren sieben Tage unterwegs und hatten drei Tage lang in Australien intensive Verhandlungen. Den Rest verbrachten wir auf Flughäfen und in Flugzeugen. Noch nicht einmal ein Känguruh oder einen Koala- Bär haben wir gesehen“, warb Metzger um Verständnis für den Trip, für den die Kommune allein die Ticket-Kosten von insgesamt 14 000 Mark bezahlt habe.

Vertrag mitgebracht
Im Gepäck brachten der Schultes, die vier Fraktionssprecher, Melanchthonhaus-Kustos Dr. Günter Frank und Unternehmensberater Martin Steinbüchel ein wichtiges Dokument mit. In einer gemeinsamen Absichtserklärung vom 20. Januar heißt es: „Es wird vorgeschlagen, daß USQ und Bretten eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) gründen, die das Studien- und Forschungszentrum betreiben und vor Ort Dienste an in USQ-Studiengängen eingeschriebene Studierende leisten soll.“

Die University of Southern Queensland und Bretten sollen, zu jeweils gleichen Teilen, zusammen mit mindestens 75,1 Prozent des Kapitals (je 25 000 Mark Stammeinlage) beteiligt sein. Die höchstens restlichen 24,9 Prozent sind weiteren öffentlichen Körperschaften zugedacht. „Wir haben damit zugleich die Rechtsgrundlagen für das Sponsoring geschaffen. Mir liegen schriftliche Zusagen in einer siebenstelligen Summe von Firmen der Region vor.

Innerhalb der nächsten vier Wochen soll der Vertrag endgültig ausgearbeitet und unterzeichnet werden. Der USQ-Senat hat laut Metzger entschieden, in Bretten Aufbaufhilfe zu leisten. So sollen der für internationale Angebote zuständige Direktor Geoff Edmondson und Marketingleiterin Pem Dechen von Anfang Februar an bis zu sechs Monate im Kraichgau den Studienbetrieb vorbereiten. Auch auf europäischen Bildungsmessen will sich die USQ ins Gespräch bringen. Die Süd-Queensländer, die weltweit an 74 Standorten ihre Dienste anbieten, wollen von Februar an nicht nur Fernstudien über das Internet – wahlweise von Bretten oder von zu Hause aus – sondern auch schon bald Präsenzstudien offerieren. „Vielleicht schon vom Herbst an“, gibt sich der Rathauschef optimistisch.

Schon rund 100 Anfragen
Wie Metzger auf eine PZ-Frage antwortete, lägen bereits um die 100 Anfragen von Studienwilligen vor. Wirtschaft und Informatik könnten vermutlich als erste Fächer vor Ort angeboten wer den. „Wenn sich 20 Interessenten einschreiben, ist das Präsenzstudium möglich“, weiß der Oberbürgermeister. „ Voraussetzung ist der Realschulabschluß und ein perfektes Englisch. Doch auch Englisch kann man bei der USQ erlernen.“

N.N.

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7 Antworten zu Uni-Sponsoring in Millionen höhe

  1. R.Ax. sagt:

    @ -an-i-

    Ich kenne noch eine weitere Erfolgsgeschichte des Brettener Ehrenbürgers:

    Seine unermüdlichen Arbeitsstunden am Pfeiferturm!

    Kann es sein, dass ihm nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten dafür der Ehrentitel „Bauhistoriker und Turmbaumeister h. c.“ verliehen wird? 🙂

  2. -an-i- sagt:

    „…warb Metzger um Verständnis für den Trip, für den die Kommune allein die Ticket-Kosten von insgesamt 14 000 Mark bezahlt habe.“

    Hat man sich da aus dem Topf der „Grundsteuer B“ bedient? Wie viele Hausbesitzer haben dafür ihre Zwangsabgaben hergeben müssen?

    Die USQ in Bretten gibt es nicht mehr und der „Ehrenbürger Paul Metzger“, die vier Fraktionssprecher, Melanchthonhaus-Kustos Dr. Günter Frank und Unternehmensberater Martin Steinbüchel, waren immerhin mal auf unsere Kosten in Australien.
    So schreibt man Erfolgsgeschichten…

  3. walt. sagt:

    Wird dem Präsidenten Metzger (CDU) so etwas auch beim KSC gelingen?

  4. walt. sagt:

    EIN KOMMUNALER SUPER-FLOP!!!

  5. Soerg. sagt:

    „Doch auch Englisch kann man bei der USQ erlernen.“ Wie schön!

    Doch eines konnte man nicht erlernen:

    Wie man dank eines sehr guten (kommunalen) Führungsverhaltens nach einigen Jahren eine gemeinnützige Gesellschaft zur Auflösung bringen musste.

    Dazu bedurfte es im Laufe der Zeit zahlreicher Abstimmungs-Talente im Brettener Gemeinderat – so genannter Naturtalente.

  6. h-v sagt:

    „Der Präsident“ sucht derzeit wieder Sponsoren in Millionen Höhe.

    Es scheint sich was zu wiederholen?

  7. h-v sagt:

    Alles nur Makulatur fürs (Wahl-)Volk

    Nach mehr als elf Jahren wie ein Kartenhaus in sich zusammen gefallen!

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