Stadtbahn fährt vom September an

OB Metzger informierte bei Neujahrsempfang:
Hohe Steuerkraft
BRETTEN. Zum traditionellen Neujahrsempfang konnte Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger gleich mit zwei kommunalpolitischen Highlights aufwarten. Zum einen wird vom 28. September 1992 an die Stadtbahn zwischen Karlsruhe und Bretten fahrplanmäßig eingesetzt, zum anderen gelten nach dem Besuch des Karlsruher Oberschulamtspräsidenten in Bretten millionenschwere Investitionen als beschlossene Sache: Die expandierende Stadt braucht ein zusätzliches allgemeinbildendes Gymnasium und zwei neue Grundschulen.

Festigung des Mittelzentrums
Diese Maßnahmen sollen, so führte Metzger in seiner Rede aus, „die Stellung der Großen Kreisstadt Bretten als Mittelzentrum weiter festigen“ und die Melanchthonstadt „im Vergleich zu anderen Mittelzentren konkurrenzfähiger machen“. Nicht ohne Stolz berichtete der Oberbürgermeister, daß seine Stadt 1991 – auch nach Abzug der kroatischen Flüchtlinge – „den höchsten Bevölkerungszuwachs seit Anfang der fünfziger Jahre“ erlebte und jetzt auf die 26 000 Einwohner zugeht.

„Dennoch“ gab es quasi keine Arbeitslosigkeit“, ergänzte das Staatsoberhaupt die Erfolgsbilanz, „seit längerer Zeit sind wir im Mittelbereich Bretten der Bezirk innerhalb des Arbeitsamtes Karlsruhe mit der niedrigsten Arbeitslosenquote“. Rechtzeitig habe der Gemeinderat, etwa mit der Erweiterung des Industriegebiets Gölshausen um rund 30 Hektar, die notwendigen Weichen gestellt, damit diese positive Entwicklung anhalten könne. Bis Ende 1993 solle das Areal direkt an die Bundesstraße 293 angeschlossen werden. Dank dieser Politik in Bretten könne er, Metzger, feststellen, daß sich die eigene Steuerkraft inzwischen auf vergleichsweise hohem Niveau stabilisiert habe und im letzten Haushaltsjahr ein Abbau der Schulden von 31,07 auf 29,33 Millionen Mark erreicht worden sei, was einer vergleichsweise erträglichen Pro-Kopf-Verschuldung von 1150 Mark entspreche.

Auch die Stadtwerke hätten trotz ihrer Neuinvestition — mit Gewinn abgeschlossen. In seinem Ausblick auf das Jahr 1992 kündigte Paul Metzger an, daß bis zum September sämtliche Stadtbahn-Haltestellen, „einschließlich der Glaskonstruktion für die Haltestelle Mitte, wo künftig auch die Bundesbahn halten wird“, fertigzustellen seien. Der neue zentrale Busbahnhof, über den die örtlichen und regionalen Zubringer zur Stadtbahn bedient werden, soll ebenfalls noch 1992 zur Verfügung stehen.

Rückbau der Pforzheimer Straße
Auch das Brettener Verkehrslenkungskonzept solle 1992 vollzogen, Teile der Weißhofer und der Pforzheimer Straße im Innenstadtbereich zurückgebaut werden. An der Pfluggasse entsteht Brettens erste öffentliche Tiefgarage. Hinsichtlich der seit langem gewünschten und diskutierten Stadthalle nannte der Oberbürgermeister Bedingungen: „Das ist mit mir nicht zu machen, wenn wir dadurch in ein finanzielles Loch hineinrutschen, wenn es keinen Investor aus der Privatwirtschaft dafür gibt.“ Auf kritische Vorhaltungen eingehend, er hätte selbst eine Stadthalle immer wieder ins Gespräch gebracht, stellte Metzger klar: „Bevor wir die Stadt zerstören, rücken wir von einem Projekt wieder ab.“

N.N.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Sonstiges abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Stadtbahn fährt vom September an

  1. fr-ant. sagt:

    @ mm
    Damals waren auch weniger Einwohner in Bretten. Deshalb war auch die absolute Höhe der Verschuldung niedriger.

    Nun brauchen wir noch mehr neue Wohnbaugebiete – um die Höhe der Verschuldung besser zu verteilen. 🙁

  2. h - z sagt:

    @ mm

    Es müssen einmal aktuell die Pro Kopf Verschuldungen der Stadt Bretten, des Landes und des Bundes addiert werden.

    Dann erhält der Pro Kopf Schuldner in Bretten einen noch weitaus interessanteren Wert! 🙂

  3. mm sagt:

    und aus der „erträglichen Pro-Kopf-Verschuldung von 1150 Mark“ sind in der Zwischenzeit 1150 Teuro geworden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.