Auch Bretten will die Landesgartenschau

Nach dem Jahr 2000:
Über eine Million Mark Gewerbesteuer-Zuwachs
BRETTEN. Oberbürgermeister Paul Metzger hat große Pläne und will seine zweite Amtsperiode (ab 1994) mit der Landesgartenschau in Bretten krönen. „Jetzt gehe ich auch in diesem Bereich in die Offensive“, erklärte das Stadtoberhaupt. „Im Jahre 2000 plus X wollen wir die Landesgartenschau in der Melanchthonstadt haben“, betonte Metzger, der Bretten durchgrünen und vom Freizeitzentrum am Schwimmbad bis ins RuiterTal eine vielgestaltige Gartenlandschaft schaffen will. Von den erwarteten Kosten (rund zwölf Millionen Mark) sollen Land und Stadt je die Hälfte tragen.

Bretten schwimmt auf den Wogen der anhaltend guten Konjunktur. „Mit unserem Industriekarussell“, erläuterte Paul Metzger, „konnten wir von 1987 auf 1988 in Bretten mehr als 400 neue Arbeitsplätze schaffen und einen siebenstelligen Zuwachs beim Gewerbesteueraufkommen erreichen“. Die Erfolgsmeldung kommt gerade recht: Damit kann der angespannte Brettener Finanzhaushalt spürbar entlastet werden.

Am 13. August wird im Foyer des Melanchthonstädter Rathauses eine Ausstellung eröffnet, die an den Pfälzischen Erbfolgekrieg erinnern soll. Die Schau mit dem Titel „Von Brettens Brand und Not 1689″ soll auch ungeschminkt die Verwüstungen vor Augen führen, für die damalige franzöische Truppen, verantwortlich zeichnen. Dabei ist an eine überraschende Pointe gedacht: „Wir hoffen“, kündigte OB Metzger in diesem Zusammenhang an. „daß sowohl Bundespräsident Richard von Weizsäcker als auch der französische Staatspräsident Mitterrand ein Vorwort mit völkerversöhnendem Tenor zu unserem Ausstellungskatalog beisteuern werden“.
„Noch nie habe ich soviel Zustimmung unter den Bürgern gespürt“, berichtete der Brettener Schultes vom Festumzug zu Peter und Paul. „Die Leute haben mir immer wieder Blumen überreicht und Beifall geklatscht“.

Daß die Popularitätskurve für Metzger in Bretten immer noch ansteigt, wurde auch von den etablierten Parteien bemerkt, die zur Kommunalwahl im Herbst rüsten. Mehrere Prominente haben es abgelehnt, gegen Metzger bei der Kreistagswahl anzutreten, die Optik könnte zu schlecht ausfallen, wenn der OB alle Mitbewerber in seinen Schatten stellt. Dieser wiederum will keinen Wahlkampf führen: „Obwohl ich bei den Freien Wählern auf der Liste stehe, werde ich mich zurückhalten“, meinte Paul Metzger, „denn in Bretten haben immer wieder alle politischen Gruppierungen erklärt, der Oberbürgermeister gehört in den Kreistag, das genügt mir als Werbung.“
uh

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