Für fünfköpfige Familie: Bald 135 Mark für Wasser und Abwasser im Monat?

Brettens OB Metzger spricht von Gebühren-Verdoppelung
BRETTEN. Von einer Verdoppelung der Gebühren für Wasser und Abwasser binnen kürzester Frist geht der Verbandsvorsitzende des Abwasserverbandes Weißach- und Oberes Saalbachtal. Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger aus. Bei der Verbandssitzung im Brettener Rathaus wurde das Investitionsprogramm für die Kläranlage in Heidelsheim vorgestellt. Der Ausbau der biologischen Klärstufe in Heidelsheim kostet demnach nicht, wie ursprünglich geschätzt. 6,4 Millionen Mark, sondern nach jetzigen Berechnungen 11,6 Millionen Mark.

An Zuschüssen sind allerdings nur 64 Prozent von 6,4 Millionen Mark bewilligt. Vorgestellt wurde auch das Investitionsprogramm für dringend notwendige Regenüberlaufbecken, die zwischen 1990 und 1994 gebaut werden sollen: Die Kosten hierfür betragen rund 13,8 Millionen Mark.

Verbandsvorsitzender Paul Metzger bemüht sich derzeit darum, die Zuschüsse für den Ausbau der Kläranlage auf 65 Prozent von 11,4 Millionen Mark erhöht zu bekommen, aber selbst dann werden bis 1992 alle Mitgliedsgemeinden des Abwasserverbandes 4,06 Millionen Mark aus eigenen Steuermitteln aufzubringen haben. Knittlingen, Maulbronn, Neulingen, Ölbronn-Dürrn, Oberderdingen, Bretten, Bruchsal und Gondelsheim sind die Mitgliedsgemeinden.

Für 600 000 Mark wurden bei der Abwasserverbandssitzung Aufträge vergeben. Die Planungen für das Regenüberlaufbecken in Sprantal wurden vorgestellt, der Kostenvoranschlag beträgt 1.3 Millionen Mark. Vergeben wurden die Planungsarbeiten für das Regenüberlaufbecken in Bauschlott, hier müssen 80 000 Mark veranschlagt werden. Neue Bauwerke und Kontrollanlagen sind nötig, um den hohen Standard der Kläranlage des Abwasserverbandes aufrecht zu erhalten.

Der Abwasserverband Weißach- und Unteres Saalbachtal ist einer der größten interkommunalen Verbände. Als Konsequenz sieht Verbandsvorsitzender Paul Metzger nur die Möglichkeit, die zusätzlichen, teueren Investitionen über die Weitergabe an die Verursacher zu finanzieren. Höhere Gebühren scheinen deshalb unverzichtbar, zumal auch weitere Investitionen in die Kanalsysteme der Städte und Gemeinden notwendig werden. Schon in kürzester Zeit sei deshalb eine Abwassergebühr von fünf Mark pro Kubikmeter Abwasser keine Theorie mehr. Zusammen mit dem auch steigenden Wasserpreis kämen dann pro Kubikmeter auf den Gebührenzahler Kosten von 7.50 Mark zu.

Derzeit bezahlen die Brettener 3,87 Mark für Wasser und Abwasser. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 120 Litern pro Einwohner und Tag steigt der finanzielle Aufwand für Wasser und Abwasser für eine fünfköpfige Familie auf 135 Mark pro Monat. Das Doppelte an Ausgaben für Wasser und Abwasser werde, so Paul Metzger, für viele Familien Einschränkungen mit sich bringen. „Wir können die Gebührenschrauben nicht ständig nach oben drehen“, darauf wies der Verbandsvorsitzende und Oberbürgermeister der Stadt Bretten ausdrücklich hin, „Umweltschutz muß allgemein auch über Steuereinnahmen finanziert werden und über noch stärkere Inanspruchnahme der Starkverschmutzer.“
stb

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