Landrat: Eine verdammt gute Sache

pv.- Im Karlsruher Rathaus wurden gestern morgen die Weichen gestellt, um für die Region ein 80-Millionen-Projekt auf die Schiene zu stellen.
Bis 1991 soll die Stadtbahnstrecke zwischen Karlsruhe und Bretten fertiggestellt sein. Gestern wurde die Grundsatzvereinbarung über Bau, Betrieb und Finanzierung des Stadtbahnprojekts unterzeichnet. „Eine verdammt gute Sache“, nannte Landrat Dr. Bernhard Ditteney in saloppen Worten das Kind beim Namen, denn für alle Beteiligten habe die Stadtbahn mehr Vor- als Nachteile. Gleichzeitig sparte der Landrat nicht mit Kritik an der Bundesbahn. Sie spreche von der Regionalisierung des Personennahverkehrs, meine damit aber offensichtlich nur die „Kommunalisierung des Defizits“.

Die Stadtbahn nach Bretten ist ein Pilotprojekt. Erstmals wird eine Bundesbahnstrecke mit einer Straßenbahnstrecke verbunden. Oberbürgermesiter Gerhard Seiler erhofft sich hiervon, daß die Technologiere-
gion wieder ein Stück näher zusammenrückt.. Auch Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger sieht in diesem Projekt eine „Jahrhundertchance“.
Die Kosten für die Baumaßnahme werden auf rund 45 Millionen Mark veranschlagt, von denen 85 Prozent aus Zuschußtöpfen kommen sollen. Die Stadt Karlsruhe beteiligt sich mit 2,1 Millionen Mark, der Landkreis mit 2,3 Millionen, Bretten mit 1,4 Millionen Mark und die Gemeinde Walzbachtal mit 870 000 Mark. Für den Gemeinschaftsbetrieb auf Bundesbahn- und Straßenbahnstrecke müssen zudem zehn Zwei-System-Fahrzeuge angeschafft werden, die bei den Verkehrsbetrieben bis zur Serienreife entwickelt wurden. Für die zehn Fahrzeuge schießt Karlsruhe mit 21 Millionen Mark den Löwenanteil zu. Der Landkreis gibt 7,5, Bretten 4,45 und Walzbachtal 2,05 Millionen Mark zu. Über die Kostenverteilung hatten die Vertragspartner bis zuletzt heftig gerungen.

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