Die Südumgehung noch aktuell?

Einen tragfähigen Konsens Finden
Beim Liberalen Verkehrsforum Pläne kritisch beleuchtet

uh. „Ganze sechs Millionen Mark für ein Straßenstück von lediglich 2,3 Kilometer Länge stehen im derzeit gültigen Bundesverkehrswegeplan für eine Ortsumgehung des Brettener Stadtteiles Gölshausen zur Verfügung“, erklärte Robert Kohn, FDP-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Verkehrsausschuß, bei einer Veranstaltung im überfüllten Vereinsheim des TSV Rinklingen. Dies ist der aktuelle Stand, von dem jede realistische Maßnahme ausgehen muß.“
Der Verkehrspolitiker, der die Bedeutung des Umweltschutzes bei derartigen Vorhaben „mit einer Wertigkeit von mindestens einem Drittel“ ansetzte, stellte auf dem Brettener FDP-Forum weiter fest, daß der Fall Bretten ein typisches Beispiel dafür sei, wie Verkehrsplanungen nicht ablaufen sollten: „Da wurde eine Einzelmaßnahme, die Entlastung eines Stadtteiles, ohne Ge-samtkonzept hochgeputscht, um an das Geld aus dem Bundeshaushalt zu kommen.“ Wie dann die in der City ankommenden Verkehrsströme weitergeleitet werden, bleibt – weil heftig umstritten – zunächst offen. „Auch in Bretten muß eine umfassende Lösung her, die von möglichst vielen Bürgern getragen wird.“

Zuvor hatte Ortschaftsrat Klaus Ludeloff Entwicklung und gegenwärtigen Stand der Verkehrsdiskussion anhand von Stadtplänen und Zahlenreihen dargestellt und besonders die „zur Zeit offenbar favorisierte“ Variante 61 kritisch unter die Lupe genommen. Diese Gölshausen nord-westlich umfahrende und in die B 35 einmündende Trasse setze einen „monströsen Ausbau“ des Alexanderplatzes als Verkehrskreisel voraus, die Fortführung als Westspange in Richtung B 294 (nach Pforzheim) zudem „eine Brücke über das Rinklinger Tal von gut 265 Meter Lange, ein 580 Meter langer Tunnel durch den Rechberg und außerdem acht Meter hohe Dammaufschüttungen bis zur Mündung in die Sprantaler Straße“ – Untersuchungen des CDU-Landtagsabgeordneten Wirth hätten dies eindeutig ergeben. „Die dann entstehenden Kosten von bis zu 100 Millionen Mark bezahlt uns niemand, auch nicht der Bund“, ergänzte der Redner.

Stadtrat Dr. Schallhorn betonte, daß eine Straßenführung gefunden werden müsse, „die wir akzeptieren können, auch wenn nach rein zahlenmäßiger Betrachtungsweise nicht das Optimum der Entlastung erreicht ist“. Alle Parteien und Gruppen müßten von ihren Maximalvorstellungen ein bißchen abweichen, „um einen tragfähigen Konsens, eine gemeinsame Linie zu finden“. Solange die Meinungen der Bürger auseinandergehen, werde sich gar nichts bewegen, und bei jedem Vorschlag, der Wohngebiete tangiere, sei aus verständlichen Gründen Streit zu erwarten. Gerade aus diesem Grund wolle die FDP die in den Prognoseuntersuchungen nicht mehr berücksichtigte „große Südumgehung“ keinesfalls unter den Tisch fallen lassen.

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