Techniker mühen sich mit Brückenschlag und Tunnel

So sieht die Bündelungstrasse aus
Der Lärmschutz soll optimal betrieben werden
Von unserem Redaktionsmitglied Werner Schoger
Gölshausen wird einmal im Süden von den Bundesstraßen B 293/294 umgangen. „Eine Nordumgehung ist nicht durchsetzbar“, hat jetzt Regierungspräsident Dr. Bieringer angekündigt. Der dann einmal auf dieser Südroute auf Bretten zurollende Verkehr muß auf einer optimalen Linie durch die Kernstadt geführt werden. Nach einer Voruntersuchung der Stadt ist das die Bündelung der Bundesstraßen mit der Landesstraße 1103 und der Kraichgaubahn.

Nach den bisherigen Vorstellungen wird die zweispurige Straße insgesamt 9,5 Meter breit sein, einschließlich eines beidseitigen Schrammbords von jeweils einem Meter. An geeigneten Stellen müssen dazu noch Haltebuchten eingeplant werden. Die insgesamt 40 Millionen Mark teure Straße sieht unter anderem an technischen Bauten einen bergmännisch angelegten Tunnel von 225 Metern Länge und eine Galerie von 230 Metern Länge vor.
Dieser Galeriebau ist vor den Anwesen bei der Jörg-Schwarzerd-Straße in Blickrichtung auf den Tunnel erforderlich. Aus Lärmschutzgründen wird die Straße gegenüber dem Bahnkörper abgesenkt, so daß die unterhalb der Erdgeschoßfenster liegt. Die Galerie hat ein U-Profil, das gegenüber der Bahn geöffnet und nach oben verdeckelt ist, so daß dort Rasen und Bepflanzung möglich wird. Durch diese Galerie-Form werden die Anwesen noch besser gegen die Bahn geschützt und ihr Umfeld wird auch optisch weiter verbessert, beurteilt Oberbürgermeister Metzger diese Lösung.
Der Tunnel muß als zusätzliche Röhre gebaut werden. Zwischen beiden Röhren wird gewachsener Fels stehen bleiben. Die Straße verläuft unter den Gartenflächen der anliegenden Anwesen, am Ostportal des Tunnels 13 Meter darunter, in der Tunnelmitte 25 Meter darunter.
In dem sich anschließenden Abschnitt werden drei Anwesen von der neuen Trasse sehr stark betroffen: In Höhe der Max-Planck-Straße und des Breitenbachwegs liegt die Straße auf gleichem Niveau wie das Gleis. Das bedeutet den Bau einer Stützwand und einer Lärmschutzwand. Sollten dann die Lärmschutzwerte noch nicht erreicht werden, dann wäre auch hier eine Verdeckelung erforderlich. Die technische Lösung in diesem Bereich kann nach Meinung von OB Metzger und Stadtbaumeister Lange erst festgelegt werden, wenn die Verkehrszählung abgeschlossen ist und die Belastungszahlen bekannt sind.

Der Wohnwert dieser Häuser wird in der Hauptsache aus optischen Belastungen gemindert und das bedeutet nach Meinung der Planer eine sehr gefällige Architektur und Rücksichtnahme auf den Bestand. OB Metzger kündigte schon jetzt an: „Diese betroffenen Bürger würden nicht alleingelassen.“
Auf dem dritten Abschnitt im Freibadbereich soll die Straße dann entweder (als teure Lösung) auf einer Platte, die auf Einzelstützen ruht, geführt werden oder (finanziell günstiger) auf einer Stützwand. Unterhalb dieses Bereiches liegen Versorgungsleitungen und außerdem der Radweg entlang des Schwimmbads, der erhalten werden soll. Dieser Abschnitt wird nach Meinung der Planer noch teurer werden als der Tunnel. Auch in diesem Bereich sind Lärmschutzmaßnahmen erforderlich.

Die Trasse wird dann über die B 35 auf einer Parallelbrücke zur Bahn geführt, wobei man etwas unterhalb des Bahnniveaus bleiben will, um am anderen „Ufer“ bei der Rehhütten-Bebauung mit Lärmschutzwänden einen optimalen/ Schallschutz erreichen zu können. /
OB Metzger weist darauf hin, daß die Stadtbahn und die diskutierte Verbesserung des Nahverkehrs auf der Kraichgaubahn mit Triebwagen automatisch zu einer stärkeren Belastung auf der Bahnlinie führen wird, so daß alle Anlieger von den Lärmschutzmaßnahmen profitiere.
Gewinnen werden nach seiner Ansicht mit Sicherheit die Anlieger in der Turbanstraße, die jetzt morgens und abends unter der „Schleich-Umgehung“ Brettens, vom Neff-Gelände hinüber zur B 35, leiden.

Der Gemeinderat wird über diese Planung frühestens im Spätherbst entscheiden können meint Paul Metzger. Im Juni muß zunächst einmal als weitere Voraussetzung eine Verkehrszählung durchgeführt werden, die letztlich auch das Ausmaß der erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen bestimmt.
Für die Bürger steht OB Metzger schon jetzt in Einzelgesprächen, aber auch bei Veranstaltungen der Initiativen zur Verfügung. Der Gemeinderat wird voraussichtlich Ende Juni im Beisein von Beamten des Regierungspräsidiums über die Verkehrsprobleme in Fortführung der Gölshäuser Süd-Umgehung beraten. Dabei wird keine Entscheidung getroffen.

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