Noch kein Konzept für Malag-Werke

Hilfe aus Stuttgart?
BREITEN. Nachdem die Malag- Werke in Bretten zu Beginn der letzten Woche wegen Zahlungsunfähigkeit ihre Produktion einstellten und ein Vergleich beantragt wurde, hat nun der Vergleichsverwalter Irschlinger das Sagen. Auf der Betriebsversammlung am Freitag konnte der Rechtsanwalt allerdings weder mit einem Konzept noch mit einem Kaufinteressenten aufwarten; dafür sei es noch viel zu früh. Die Inventur ist in vollem Gange, flüssige Mittel sind in den Firmenkassen nicht mehr vorhanden, die Verbindlichkeiten belaufen sich auf mehrere Millionen Mark. Wörtlich erklärte Irschlinger: „Es hat keinen Sinn, jetzt schon Hoffnungen zu wecken“.

Für kommenden Mittwoch sind Gespräche im Stuttgarter Wirtschaftsministerium angekündigt, deren Ziel es sei, einen „Masse- Schuld-Kredit“ (Verwaltungskredit) zu erreichen, damit die Produktion wieder anlaufen könne; dies sei trotz Vergleich möglich. Auch die Banken haben offensichtlich ein Interesse an der Fortführung und Abwicklung angefangener Produktionen. Von den Verhandlungsergebnissen hänge es ab, ob sich der Anschlußkonkurs vermeiden lasse.

IG-Metall-Sprecher Lochte führte die Hiobsbotschaften und Schockerlebnisse in Bretten allein auf unternehmerisches Fehlverhalten zurück. Acht bis zehn Millionen Mark hätten die Gesellschafter einschießen müssen, um Investitionen vornehmen zu können. „Schon von außen sieht man, daß in diesen Werkshallen nicht rentabel produziert werden kann“, stellte Lochte fest.

Aus den Zahlen sei zu erkennen, daß es eigentlich einen Konkurs geben müsse: „Die Vermutung der Konkursverschleppung oder gesteuerten Insolvenz ist nicht von der Hand zu weisen“. Wer ein Angebot erhalte, solle deshalb schnell zugreifen: „Wenn ihr abzuwägen habt, entscheidet euch für den neuen Arbeitsplatz!“
Zu mehr Sachlichkeit mahnte abschließend der Vergleichsverwalter Irschlinger. Wenn die erkennbaren Abwertungsversuche Erfolg hätten, brauche man sich über eine Fortführung des Unternehmens keine Gedanken mehr zu machen. „Kein Interessent würde einen ausgebluteten Betrieb übernehmen“. Eine weitere Betriebsversammlung in den nächsten Tagen werde mehr Klarheit in die verworrene Situation bringen.
-uh-

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