Die Sachargumente blieben letztlich auf der Strecke!

Peter Neumayer, Eppinger Straße 58, beurteilt Im Namen der Bürgerinitiative für eine Umgehung Gölshausen die Bürgeranhörung vom Montag, 24.6.85:
Die schlimmsten Befürchtungen haben sich am Montagabend bewahrheitet! Die Anhörung geriet zu einer perfekten Inszenierung für eine Südumgehung mit leicht durchschaubaren Versuchen, einem bestimmten Mitglied des Gemeinderates, entgegen der Ordnung bei solchen Veranstaltungen, mit allen Mitteln zum Wort zu verhelfen.

Man schreckte nicht einmal davor zurück, unschuldige Kinder für seine Zwecke zu verwenden. Mit solch spektakulären Aktionen kann jedoch der schweigenden Mehrheit der Gölshäuser nicht gedient sein! Die Sachinformation der Straßenplaner aus Karlsruhe wurden übertönt in zum Teil blind eifernder Weise mit sachlich oft unrichtigen Behauptungen, die durch ihre Lautsärke den Beifall einiger Anwesenden suchten. Solcher Stil gehört jedoch für uns nicht in die Anhörung zu einem so wichtigen Problem; er ist höchstens in Dorfkneipen zu später Stunde angebracht. Der Montagabend zeigte, welche emotionale Höhe das Verkehrsproblem in Gölshausen in der Zwischenzeit erreicht hat. Wenn wir aber eine Umgehung so schnell wie möglich wollen und nicht erst im Jahr 2000, dann dürfen wir im Interesse Gölshausens die Sachargumente der Planer, die ja letztlich die Entscheidungen vor Ort nach Stuttgart bzw. Bonn weiterleiten, nicht aus den Augen verlieren. Tatsache ist, wenn bei einer nördlichen Variante ein Bauernhof betroffen ist, so sind es bei der südlichen Variante fünf!

Tatsache ist, daß bei einer Südumgehung schon jetzt erheblich mehr Einsprüche vorliegen, als bei einer Nordvariante.
Tatsache ist auch, daß so gut wie keine Aussicht besteht, in naher Zukunft eine Südumgehung Brettens zu bekommen.
Es ist eher zuzumuten, eine Bundesstraße in etwa 700-900 Metern Entfernung vom Haus entfernt zu haben, als, wie derzeit alle Bewohner der Hauptstraße in 10-20 Zentimetern dicht an bewohnten Räumen! Wenn weiter so polemisiert wird, wie an jenem Montagabend, bekommen wir keine Umgehungsstraße. Das von Dr. Wörner so bezeichnete »Wunder« von Gölshausen, überhaupt in die Dringlichkeit aufgenommen worden zu sein, fände ein jähes Ende. Im Grunde jedoch ist gerade das schon offen bekundete Absicht der hitzigsten Redner bei der Bürgeranhörung; dort allerdings legten sie ihre Ansicht nicht so ehrlich in dieser Weise dar. Zum Glück gehören diese Leute einer Minderheit an, die vorgibt, echte Gölshäuser Interessen zu vertreten, im Grund ihres Herzens jedoch keinerlei Interesse an der Lösung des lebenswichtigstens Gölshäuser Problems hat!

Leider hat sich diese Minderheit bei der Bürgeranhörung durch lautstarkes Gelärme und zugestandenermaßen geschickte Inszenierung öffentlich Gehör verschaffen können. Die Sachargumente blieben letztlich auf der Strecke.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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