Ein Vogelschutzgebiet am Ufer der Weissach

Zwischen Mühle und Breitenbachweg
Landespflegerischer Begleitplan wurde jetzt dem Brettener Gemeinderat vorgelegt
Von unserem Redaktionsmitglied Gisela Scherer

Mit der Korrektur des Gewässerlaufs der Weissach, genauer gesagt mit dem in diesem Zusammenhang erstellten, landschaftspflegerischen Begleitplan, befaßte sich der Brettener Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung. Der Plan, von einem Gondelsheimer Garten- und Landschaftsarchitekten erstellt, wurde von Brettens Stadtbaumeister Lange dem Gremium erläutert. Von seiten der Räte kamen keine Einwände.

Aus zweierlei Gründen hat die Stadt Bretten eine Korrektur des Gewässerlaufes der Weissach im Bereich der Bahnunterführung Breitenbachweg und dem Zusammenfluß mit der Salbach planen lassen: Zum einen bedingt der Bau des Rückhaltebeckens des Abwasserverbandes ,,Weissach Oberes Salbachtal“ eine partielle Tieferlegung der Bachsohle und zum anderen traten gerade in diesem Bereich der Weissach beim sogenannten Jahrhunderthochwasser im Frühjahr 1978 Überflutungen auf. Die Stadt ist derzeit daran, den kritischen Abschnitt zwischen Hildastraße und Ölmühle zu korrigieren Nach dem Bundesnaturschutzgesetz besteht die Verpflichtung, einen landschaftspflegerischen Begleitplan ausarbeiten zu lassen, auf grund dessen die Eingriffe bei einer solchen Korrektur in die Landschaft durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen werden können.

Im Fall der Weissach wurde dieser Plan von freien Garten- und Landschaftsarchitekten Heinrich Gingerich aus Gondelsheim ausgearbeitet. Ziel dieser Planung ist es, die biologisch gesunde Entwicklung des Wasserlaufes zu sichern. Stadtbaumeister Lange erläuterte die vom Architekten hierfür als notwendig erachteten Maßnahmen: Die Einheitsprofile für die
Böschung sollen an geeigneten Stellen abgeflacht ausgeformt und standortgerecht bepflanzt wer den. Der vorhandene Grünbestand soll soweit als möglich erhalten werden. Um die Pflege de Pflanzungen zu ermöglichen, sieht Gingerich einen drei Meter breiten Streifen entlang des Bachlaufes vor, der begehbar sein wird. Die Besonderheit des Planes: Ausweisung und Ausbau des Bereichs zwischen Ölmühle und Breitenbachweg als Vogelschutzgebiet.

Oberbürgermeister Alfred Leicht meinte hier zu: ,,Die Stadt kann nicht nur von Privatleuten verlangen, beispielsweise in Gartenhausgebieter standortgerechte Pflanzen zu verwenden.
Sie muß selbst mit gutem Beispiel vorangehen.“ Stadtrat Werner Reinacher wies auf die Notwendigkeit der Erstellung eines solchen Planes auch für den Bereich Brühlgraben hin, worauf ihn der Oberbürgermeister entgegnete: ,,Verschonen Sie uns mit zusätzlichen Planungen. Wir kommen mit denen, die wir auf dem Tisch haben nicht durch.“

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1 Antwort zu Ein Vogelschutzgebiet am Ufer der Weissach

  1. mm sagt:

    auch hier,wie bei fast allen Umweltschutz-Planungen der Stadt Bretten: ausser Spesen,nichts gewesen. Bis heute keine Spur eines Vogelschutzgebietes am Salbach oder Weissach. Sicher ist nur Eines, die nächsten Planungen und die damit verbundenen Pressemeldungen kommen bestimmt!

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