Presse kommentiert

Pressezu BNN SÜDWESTECHO am 9. Februar 2015 „Kritik am Verwaltungssystem nach Prügeltod
Kreistag stärkt dem betroffenen Jugendamt den Rücken

Der Kreistag des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald steht zum Jugendamt. Und wo stehen die Landrätin und die Leiterin des Jugendamtes = Dezernentin für Soziales und Jugend? In diesem Amt gibt es den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz, der gegliedert ist in Planung und Prävention sowie in Team Familie.Die unterschiedlichen Behören müssten besser zusammenarbeiten. Der Präsidentt der Führungsakademie Baden-Württemberg: „Beamte müssen nicht mehr nur nichts falsch machen wollen. Sie müssen dahin kommen, dass sie etwas richtig machen.“ – ?

Der dreijährige Junge wurde von seinem Stiefvater zu Tode geprügelt. Mediziner des Universitätsklinikums Freiburg und Staatsanwaltschaft warnten nach Misshandlungen davor, das Kind danach in der Familie zu belassen. Dort kam es dann ums Leben. Die Kreisräte sollen die Arbeit im Landratsamt kontrollieren? Darum bescheinigten sie dem Jugendamt ernsthafte Aufklärung und Transparenz. Das Jugendamt ist eine Abteilung des Landratsamtes. Durch fragwürdige Aufklärung und Transparenz wird der kleine Junge nicht wieder lebendig.

Die Politiker befanden: „Der Tod des kleinen Jungen war nicht abzusehen.“ Zynischer kann man nicht beurteilen. Dass hier absoluter (Verwaltungs-) Mist gebaut wurde, liegt klar auf der Hand: Denn Mediziner und Staatsanwaltschaft hatten nach körperlichen Misshandlungen dem Jugendamt schriftlich deutliche Warnungen ausgesprochen!

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3 Antworten zu Presse kommentiert

  1. frag. sagt:

    Aus dem Prüfbericht des Regierungspräsidiums Freiburg an das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in Freiburg:

    Fachbereichs- oder Dezernatsleitung mussten in den schwierigen Fall früher einbezogen werden. Die Kommunikation zwischen den Hilfe leistenden Stellen muss künftig verbessert werden.

    Wie wurde die Belastungssituation des Lebensgefährten der Mutter (Stiefvater) des Kindes nach ihrer Klinikaufnahme eingeschätzt? Warum ließ das Kreisjugendamt den Jungen in der Obhut des als gewalttätig bekannten Stiefvaters, nachdem die Mutter wegen eines Klinikaufenthaltes abwesend war?

    Dem Kreisjugendamt und behandelnden Ärzten war die Familie des Stiefvaters bekannt, weil es dort immer wieder schwere Kindesmisshandlungen gegeben hat. Der drei Jahre alte Alessio war am 16. Januar 2015 mit schweren inneren Verletzungen von seinem Stiefvater in eine Kinderarztpraxis gebracht worden und dort trotz notärztlicher Behandlung gestorben.

    Gegen den Stiefvater ermittelt die Staatsanwaltschaft Freiburg wegen Totschlags. Er hatte nach dem Tod des Jungen behauptet, die Verletzungen habe Alessio bei einem Treppensturz erlitten. Durch die Obduktion wurde eine äußere Gewalteinwirkung als Todesursache nachgewiesen.

  2. frag. sagt:

    BNN AUS DER REGION vom 18.Februar 2015

    „Der Fall Alessio in Südbaden: Wie wären die Abläufe im Kreis Karlsruhe?“

    Ein guter, weil nötiger Bericht von Matthias Kuld. Nur dazu noch einige Anmerkungen.

    „Der gewaltsame Tod des kleinen Alessio im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald war nicht abzusehen.“ Mit dieser Auffassung entlastet der Kreistag das Kreisjugendamt. Blanker Zynismus. Die Landrätin meint, es sei offensichtlich, dass etwas schiefgelaufen ist. Unklar ist aber, was? – Einfach nur zynisch.

    Was ist denn schiefgelaufen? Antwort: Der Prügeltod und die Verwaltungsabläufe, die zu ihm geführt haben.

    Ärzte und Staatsanwaltschaft hatten nach zwei massiven Kindesmisshandlungen innerhalb von zwei Jahren dem Kreisjugendamt dringend geraten, den Jungen nicht mehr in der Familie zu belassen. Was ist danach geschehen? – Nichts davon.

    Das Regierungspräsidium teilt lapidar im Amtsdeutsch mit, es habe keine Verfahrensfehler gegeben. Ob die jweils getroffenen Entscheidungen sinnvoll waren, wird dabei nicht bewertet. Bei einer objektiven Bewertung erhielte man sicherlich die absolute Sinnlosigkeit.

    Theoretisch könnte sich ein solcher Fall überall ereignen. Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch!

    Der Landkreis Karlsruhe – Kreisjugendamt – hat sich in einem mir bekannten Betreuungsfall vorrangig und besonders unverhältnismäßig um die Finanzierung der Kosten, hier um den finanziellen Elternbeitrag, gekümmert und die Hilfestellung als nachrangig angesehen und dementsprechend behandelt.

    Die Antworten aus dem Landratsamt Karlsruhe sind meines Erachtens auch theoretischer Natur, weil man sich hinter dem Sozialgesetzbuch (SGB) sowie hinter den bestehenden Verwaltungsvorschriften und -abläufen verschanzt und verschanzen muss.

  3. bg sagt:

    Der Präsident der Führungsakademie Baden- Württemberg: „Beamte müssen nicht mehr nur nichts falsch machen wollen. Sie müssen dahin kommen, dass sie etwas richtig machen.“ – ?
    s. oberhalb 2. Absatz letzter Satz.

    Schön, dass es von Dr. Ralph Bürk (Grüne) stammt. Und noch schöner ist die Tatsache, dass bei der Stadt Freiburg aktuell das Gegenteil von dem passiert ist, was er so schön herausschwätzt:

    Das Freiburger Rathaus übersieht 4,5 Millioenen Euro im neuen Doppelhaushalt.

    Bei der Umstellung des Haushalts auf die doppelte Buchführung (Doppik) wurde ein Ausgabeposten einfach vergessen. Nun wird dafür die Neuverschuldung steigen.
    Im Doppelhaushalt 2015/2016 wurden 4,5 Millionen Euro vergessen.

    Der Stadtkämmerer: „Das hätte nicht passieren dürfen.“

    Bei der Datenübertragung ins neue System passierte es. Es betrifft den Sozialhaushalt

    Seinem Parteifreund, OB Dieter Salomon (Grüne), braucht der Präsident der Führungsakademie Baden-Württemberg seinen schlauen Satz nun nicht mehr vorzusprechen. Denn der Freiburger OB trägt dafür – die Sache und Person, für den Stadtkämmerer – die Fremdverantwortung als Leiter der Stadtverwaltung. Er und sein Stadtkämmerer haben sich nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Hinzu kommt, dass er bereits seit dem 1. Juli 2002 im Amt ist. Vielleicht doch schon zu lange?

    PS: Bei Systemumstellungen in der EDV arbeitet man regelmäßig in einer sogenannten Probephase zweigleisig: Mit dem alten und dem neuen System. Offenbar ist das den beiden Amtsträgern noch nicht bekannt geworden?

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