Der Brettener Wald ist sehr gesund

Über 80 Bürger informierten sich bei der Waldbegehung im Brettener Norden
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf

Bretten. „Der Brettener Wald ist in einem sehr gesunden Zustand.“ Dieses Fazit zog Bernd Schneble, der im Landratsamt Karlsruhe für die Wälder im östlichen Landkreis zuständig ist, nach der Waldbegehung im Brettener Norden. Rund 80 Interessierte aus den Stadtteilen Büchig und Neibsheim sowie Stadt- und Ortschaftsräte konnte Bürgermeister Willi Leonhardt dazu am Freitagnachmittag vor der Bürgerwaldhalle Büchig begrüßen.

Von dort ging es auf einer Gesamtstrecke von knapp fünf Kilometern durch den Forst – vom Bürgerwald über den Neibsheimer Bannwald, vorbei an der Antoniuskapelle Neibsheim und dem „Dreimärker“ zum Lehrwald auf Brettener Gemarkung. An insgesamt sechs Stationen informierten die Forst-Experten über den Zustand der Bäume, über geplante Aufforstungsflächen, die Wegeunterhaltung oder die Bereitstellung von Energie-Holz und beantworteten zahlreiche Fragen.
Insgesamt 7 100 Hektar umfasst die Fläche der Gemarkung Bretten laut Leonhardt, davon ist rund ein Drittel (2 100 Hektar) Wald. Für die Unterhaltung fallen in diesem Jahr etwa 690 000 Euro an, denen 440 000 Euro an Einnahmen aus dem Verkauf von Holz entgegenstehen. Die Differenz muss die Stadt zuschießen. „Das war nicht immer so“, erläuterte der Bürgermeister. „Früher hatten wir mal ein Plus. Aber man darf den Wald nicht nur betriebswirtschaftlich sehen.“ Vielmehr solle man auch den ökologischen Faktor und den Erholungswert berücksichtigen.
Letzteres untermauerte Stadtförster Ewald Kugler: Der Wald werde zunehmend von Wanderern, Joggern und Nordic-Walkern (Kugler: „Stock-Enten“) genutzt. Zudem deckten sich allein im Büchiger und Neibsheimer Wald rund 250 Familien mit Brennholz ein.
Erste Station des gut dreistündigen Rundgangs war der Waldspielplatz Büchig. Insgesamt 30 000 Euro werden laut Kugler pro Jahr in die Instandhaltung und Sicherung von Anlagen wie der im Büchiger Forst aufgewendet. „Wir tun einiges für die Sozialfunktion des Waldes“, sagte der Forstamts-Chef.
Diskussionen entzündeten sich nach Kuglers Ausführungen über den Sinn und Nutzen von Holzschnitzel-Anlagen, wie sie inzwischen auch die Stadtwerke haben. „Ich bin nicht scharf auf solche Anlagen“, machte Kugler deutlich. Er wolle lieber das dazu notwendige Astholz behalten, weil es als Lebensraum für viele Tiere im Wald diene.
Wie es um die Gesundheit des Brettener Waldes stehe, wollte eine Bürgerin wissen. Bernd Schneble: „Sie haben hier im Kraichgau sehr gesunde Böden. Da sind auch die Bäume nicht krank“. Probleme könnte es diesen Sommer nur durch tierische Schädlinge geben – beispielsweise Frostspanner und Eichenwickler.
Eine weitere Station bildete die Ausgleichsfläche für den Rüdtwald im Neibsheimer Gewann „Michental“. Für die 22 Hektar, die im Rüdtwald abgeholzt werden, müssen laut Schneble 26 Hektar neu gepflanzt werden. Vor allem Eichen wünscht sich der Forstexperte dafür, zudem seien Nuss- und Kirschbäume auf der Freifläche denkbar.

Zahlreiche Bürger nutzen Holz als Heizmittel. Am Beispiel verschiedener Holzarten skizzierte Ewald Kugler, welche sich besser zum Heizen eignen. So erzeugt ein Raummeter (Ster) Erle etwa 1 230 Kilowattstunden Energie, was der von etwa 123 Litern Heizöl entspricht. Deutlich besser fährt man laut Kugler aber mit Buche (1 894 Kilowattstunden) oder Esche (1 927 Kilowattstunden).
Wer sich im Wald Brennholz selbst einschlagen will, benötigt dafür neuerdings eine spezielle Ausbildung an der Kettensäge sowie EU-normierte Schutzkleidung. Die entsprechenden EU-Vorschriften erläuterte Forstamts-Mitarbeiter Joachim Schell.
Motorsäge-Kurse werden übrigens demnächst in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bretten angeboten.

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