Firmen stehen in der Warteschleife

Bretten wartet auf die Rechtskräftigkeit des Gewerbegebietes Rüdtwald:

Bretten, (gm) Wenn bis zum Frühsommer 2006 keine neuen Gewerbeflächen bereit stehen, geht mit Sicherheit mindestens eine der größeren Firmen, die darauf warten, sich in Bretten ansiedeln zu können, für die Melanchthonstadt verloren. Mit verloren wären dann rund 200 Arbeitsplätze, die von bisher zwei Standorten neu in Bretten an einem Standort zusammengeführt werden sollen. Noch weitere Firmen warten auf eine feste positive Zusage der Stadt, die von der Rechtskräftigkeit der Planungsbeschlüsse zur Ausweisung des Gewerbegebietes Rüdtwald abhängig ist. Wie dringend notwendig die Ansiedelung neuer Firmen ist, macht die Tatsache deutlich, dass eventuell rund 1000 Arbeitsplätze in Bretten für 2006 zur Disposition stehen – 400 davon werden vermutlich in die nähere Region abwandern.

„Wir verzeichnen eine spürbare Steigerung der Nachfrage“, macht Oberbürgermeister Paul Metzger die Attraktivität Brettens als Gewerbestandort deutlich. „Aber wir können momentan nicht zusagen, dass wir Flächen zur Verfügung haben. Wir verweisen da ständig auf die interkommunalen Lagen, aber es kommt immer wieder zum Ausdruck, dass viele Firmen eben nur nach Bretten wollen“. „Das Interesse ist groß, wir brauchen dringend Flächen“, bestätigt auch Uwe Reinhardt, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, den Run auf Bretten. „Gegenwärtig haben wir noch etwa zwei Hektar Fläche für Gewerbe zur Verfügung und sind damit handlungsunfähig. Da die Flächen nicht zusammenhängen, können wir zurzeit drei bis vier kleinere Betriebe mit jeweils etwa 30 Mitarbeitern unterbringen“. Auch Reinhardt setzt auf die neuen Arbeitsplätze für Bretten: „Die Firma hat den Baubeginn ganz klar auf Juli festgelegt. Haben wir bis dahin keine Flächen zur Verfügung, geht man woanders hin“. Allerdings ist man bei der Stadt gedämpft optimistisch, dass im Sommer kommenden Jahres die Zeichen auf Grün stehen. Obwohl, so Metzger, „sich das Verfahren verzögert hat und wir im Gegensatz zu den ursprünglichen Planungen erst Ende Januar zur Beschlussfassung in den Gemeinderat gehen können.

“ Zwar ist die Waldumwandlung selbst mit einer Ersatzaufforstung 1:1 bereits beschlossen, doch stehen die gemeinsamen Beschlüsse mit der Körperschaftsforstdirektion über die naturschutzrechtlichen Aufwertungen im Wald noch aus. Metzger: „Wir hoffen, dass wir wenig in die landwirtschaftlichen Flächen eingreifen müssen“.

Für Verärgerung sorgt gegenwärtig eine offenbar von Brettener Naturschützern ausgehende Aktion, in deren Rahmen aus der gesamten Republik Einsprüche und Bedenken gegen das Gewerbegebiet vorgebracht werden. „Das ist gezielt gesteuert“, stellt Metzger fest. „Ich habe viel Verständnis, wenn man sich für den Walderhalt einsetzt. Aber ich habe kein Verständnis dafür – auch wenn es rechtlich zulässig ist, dass Menschen zum Beispiel aus Sachsen-Anhalt ohne jede Bindung an Bretten und ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten Briefe schreiben und damit die Bürokratie beschäftigen“. Erbost ist Metzger auch über die immer wieder in die Öffentlichkeit lancierte Behauptung der Naturschützer zum angeblich großen Flächenverbrauch in Bretten. „Wir haben“, stellt der OB richtig, „was Gewerbe angeht, nachweislich den geringsten Flächenverbrauch in ganz Baden-Württemberg“.

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9 Antworten zu Firmen stehen in der Warteschleife

  1. ghg sagt:

    Heute am 15. Dezember 2010, auf den Tag genau fünf (5) Jahre nach dem obigen Bericht der Brettener Woche, ist festzustellen, dass damals aber auch rein gar nichts von dem stimmte, was von der Brettener Stadtverwaltung, Hauptakteure Metzger und Reinhardt, den Leserinnen (Bürgerinnen) und Lesern (Bürgern) als dringendste Voraussetzung für die Genehmigung der Rechtskräftigkeit des Gewerbegebietes Rüdtwald eingeredet wurde (im obigen Bericht erinnerlich nachzulesen):

    „Firmen stehen in der Warteschleife“.

    Was für eine Veräppelung und Vergackeierung nicht nur der Brettener/-innen, auch sämtlicher Genehmigungsbehörden!

    Angebliche Firmen standen weder mit den damals verlogenen Sprüchen der städtischen Akteure noch stehen sie heute in der Warteschleife.

    Für mich ist es völlig unbegreiflich, wofür einer der Akteure ein Bundesverdienstkreuz sein eigen nennen darf?

  2. b.z. sagt:

    An mm am 24. Februar, 2008

    „Wie dringend notwendig die Ansiedelung neuer Firmen ist, macht die Tatsache deutlich, dass eventuell rund 1000 Arbeitsplätze in Bretten zur Disposition stehen – 400 davon werden vermutlich in die nähere Region abwandern.“

    Komplette Unwahrheiten! Und darauf fiel damals die Mehrheit des Gemeinderates rein.

  3. Els. sagt:

    „Firmen stehen in der Warteschleife“

    Warum nur holt sie keiner ab und geleitet sie in den Rüdtwald? 🙂

  4. S. sagt:

    Mir sind nur Warteschleifen bei Flugzeugen, Telefonen und beim Programmieren bekannt.

  5. -oh- sagt:

    Der Satz gibt eine grundlegende Haltung der Volksvertreter wieder.

    Nichts als Propaganda: FIRMEN STEHEN IN DER WARTESCHLEIFE

    Große Ankündigungen aus dem Brettener Rathaus und ein genau so großes totales Scheitern auf der ganzen Linie!

  6. v - K sagt:

    Um nichts anderes geht es hier!

  7. Herb. Kl. sagt:

    Den Spruch kann man immer dann loslassen, wenn man Versprechungen machte, die man nicht einhalten konnte und/oder nicht wollte.

    Mit diesem Zitat kann man also versuchen, sein Versagen herunterzuspielen.

  8. P.-G. sagt:

    Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!

  9. mm sagt:

    den Artikel zu kommentieren fällt schwer; er strotzt nur so von Falschaussagen. 1000 Arbeitsplätze standen 2006 zur Disposition, jetzt haben wir 2008 und die Arbeitslosigkeit ist so gering wie schon lange nicht mehr! Im Rüdtwald werden weder 1000, noch 400, noch nicht einmal 200 Arbeitsplätze entstehen. Ein Logistikzentrum wird mit noch nicht einmal 20 Mitarbeitern auskommen, eine vollautomatische Tierfutter-Trocknungs-Anlage mit noch weniger.
    Der Artikel ist ein Konvolut aus unverschämten Lügen!

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