Bretten

Pforzheim/Bretten (kol) Alles andere als amüsiert ist man im Regionalverband Nord-schwarzwald über die geplante Erweiterung des Industriegebiets im Brettener Stadtteil Gölshausen. Dort sollen knapp 24 Hektar zusätzliche Gewerbefläche entstehen, zu 95 Prozent im ,,Rüdtwald“ gelegen.
Während die Stadtverwaltung Bretten offenbar, wie im Planungsausschuss bekannt wurde, die Genehmigung zum Eingriff in den Wald durch die Forstbehörde erhalten habe wurde das Vorgehen von Oberbürgermeister Paul Metzger als ,,rücksichtslos“ bezeichnet.

Im Planungsausschuss ging es nun darum, die Stellungnahme der Verbandsverwaltung zur erforderlichen Änderung des Karlsruher Regionalplans abzusegnen. Da hatte Direktor Jens Kück angeregt, statt des Eingriffs in den als ökologisch besonders wertvoll geltenden ,,Rüdtwald“ die Stadt Bretten am interkommunalen Gewerbegebiet (1KG) von Knittlingen (an der Markungsgrenze gelegen) zu beteiligen. Dies wäre landschaftsverträglicher.
Regionalrat Günter Bächle (CDU) konnte sich für diese Anregung nicht erwärmen, da das Brettener Vorhaben auf den für Knittlingen, Maulbronn und Sternenfels vorgesehenen 40 Hektar nicht zu realisieren sei. Dieser Haltung folgte in der Abstimmung schließlich die Mehrheit des Ausschusses.
Nach Jahren des Stockens kommt das IKG in Knittlingen langsam voran. Die Gründung der Trägergesellschaft unter Beteiligung der beiden Nachbarkommunen steht laut Kück unmittelbar bevor.

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Zum Bericht „Unser Betriebsrat musste eigentlich zurücktreten” vom 10 Juni.
In dem Pressebericht wurde von einigen Beschäftigten von der Firma Federal Mogul mit Unterstellungen gearbeitet, die man so nicht stehen lassen kann.
Der Betriebsrat war in keiner Form bei der Auswahl der Arbeitnehmer, die gekündigt wurden beteiligt Der Betriebsrat und die IG Metall haben sehr ausfuhrlich auf den Betriebsversammlungen über die Verhandlungen über den Interessenausgleich und Sozialplan informiert. Leider gab es auf den Betriebsversammlungen dazu keine Wortmeldungen.Mit dem Interessenausgleich konnte der Betriebsrat den Standort mittelfristig sichern. Die Entscheidung, dass Maschinen nach Ungarn verlagert werden, wurde auf Konzernebene Europa getroffen. Nach wie vor entscheidet die Kapitalseite alleine über die Frage, wo produziert wird. Der Betriebsrat von Federal Mogul hat alle gesetzlichen Möglichkeiten ausgenutzt.

Eberhard Schneider
l. Bevollmächtigter der IG Metall Bruchsal

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Sporthallen mit rund 6,5 Millionen Euro veranschlagt
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Mit einem Nachtragshaushalt muss sich der Brettener Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 21. Juni (Beginn: 18 Uhr), beschäftigen: Der von der Verwaltung eingebrachte Haushaltsentwurf sieht eine Erhöhung der Einnahmen und Ausgaben im Vermögensetat um jeweils 4,22 Millionen auf 14,1 Millionen Euro vor.
Der „Nachschlag” war notwendig geworden, weil durch den vom Gemeinderat im Mai beschlossenen Neubau der Sportstätten im Grüner rund 6,5 Millionen Euro finanziert werden müssen. Diese Summe stellt nach Auffassung des Regierungspräsidiums Karlsruhe eine „bedeutende Investition” dar, weshalb ein Nachtragshaushalt unumgänglich sei.
Oberbürgermeister Paul Metzger und Kämmerer Willi Leonhardt rechnen damit, dass die Gebäude- und Inventarversicherung zwischen 4,7 und 5,2 Millionen Euro erstattet. Weiterhin könnten zwischen 700 000 und einer Million Euro an Mitteln vom Ausgleichsstock des Landes fließen, da es sich um eine „besondere Situation” handele und vom Unterrichtsausfall im Fach Sport auch zahlreiche auswärtige Schüler betroffen seien. Last not least gehen die Finanzexperten im Rathaus davon aus, dass zwischen einer und 1,5 Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen werden müssen.
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Brettens Ortsteil Sprantal ist kurz davor, seine Chancen zu vertspielen:
Bretten. (gm) „Sie wollen sich nicht begaffen lassen” – so hatte die Stuttgarter Zeitung getitelt – und auch in anderen Medien wurde das mit viel Enthusiasmus angedachte Freilichtmuseum in Brettens kleinstem Ortsteil Sprantal schon zu Grabe getragen. Voreilig, wie sich jetzt herausstellt. Denn nicht nur, dass der Widerstand der Betroffenen nur partiell ist und sich durchaus eine große Initiative für ein Museumsdorf findet, auch an der Ortsspitze hat inzwischen offenbar ein Umdenken begonnen. Und Oberbürgermeister Paul Metzger hat noch lange nicht das Handtuch geworfen – was bei dem durchsetzungskräftigen und begeisterungsfähigen Naturell des Brettener Verwaltungschefs auch gewundert hätte.
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Zur Diskussion über das geplante Landschaftsschutzgebiet „Brettener Kraichgau”
Aus eigenen Erfahrungen mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege kann ich die Bedenken der betroffenen Bürger sehr gut verstehen. Es wird von dort mehr Naturschutz kraft Amtes als durch fundierte Sachkunde im Tier- und Landschaftsschutz angeordnet. Dass darunter zum Teil auch die Eigentumsinteressen der betroffenen Bürger aufs Gröblichste verletzt werden, musste ich gerade in dieser Woche wieder erfahren.
Wir können nicht genügend Naturschutz betreiben, aber mit Fingerspitzengefühl und Sensibilität für das Wesentliche, und wenn möglich unter Einbeziehung von Personen, die sich auch ohne behördliches Diktat mit der Natur- und Landschaftspflege befassen. Dadurch könnten auch erhebliche Kosten eingespart werden.

Herbert App
Hauptstraße 14
Zaisenhausen

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Zu „Verschandelt” in der Rubrik „Was man so hört” in der Samstagausgabe.
Nun hat also auch Bretten seinen Ein-Euro-Shop, fürwahr kein optisches Highlight im „historischen” Herzen der Stadt. Nach einigen Unmutsäußerungen und einem deutlichen Leserbrief in den BNN muss der Inhaber auf Geheiß des OB seinen Laden nun werbemäßig aufpolieren, damit er der Brettener Altstadtsatzung entspricht.
Die Fassade muss stimmen! Dass hinter dieser Fassade Artikel verkauft werden, deren „Hersteller” – Arbeiter aus Niedriglohn-Ländern – für einen Lohn schuften müssen, für den unsereiner keinen Finger krumm machen würde, scheint dagegen niemanden zu interessieren.
Hier zu lande haben wir gerne alles geregelt und gerecht, besonders empfindlich sind wir bei unserer Arbeitszeit und unseren Löhnen. Unsere Arbeit ist schließlich was wert! Was unser Konsumverhalten betrifft, sehen wir das nicht ganz so eng: vieles von dem, was unseren Lebensstandard ausmacht, wird unter menschenunwürdigen, gesundheitsgefährdenden Bedingungen hergestellt, was uns aber nicht davon abhält, gerade diese Dinge gerne und viel einzukaufen, weil sie so herrlich billig sind. Und weil man sich ganz viele billige Sachen kaufen kann, tut es auch gar nicht weh, sie nach kurzer Zeit auf den Müll zu schmeißen.

Gabi Jenz
Siedlerstraße 26
Kürnbach

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Strategietreffen mit Landwirten und Umweltschützern
Bretten (BNN). Eine hochwertige Ernährung ist für jeden von größter Bedeutung. Diese Meinung vertreten nicht nur 70 Prozent der Bevölkerung in Europa, sondern auch der zum kürzlichen Strategietreffen Gentechnikfreie Region in Bretten eingeladene Personenkreis aus Landwirtschaft, Umweltverbänden, Parteien und Mitgliedern des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen.
Armin Gabler, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND, referierte über die im April in Karlsruhe erfolgte Gründung des Bündnisses „Gentechnikfreie Region Mittlerer Oberrhein”. Das Bündnis verstehe sich als Netzwerk gegen den Gebrauch von genmanipuliertem Saatgut, in dem sich Lebensmittelerzeuger, Umweltverbände, Handel, Gastronomie, Kirchen und Verbraucher zusammengeschlossen haben. Es verstehe sich als Antwort auf eine EU-Richtlinie, die eine großflächige Aufbringung von genverändertem Saatgut zulasse. Die Folgen und komplexen Wechselwirkungen dieses Eingriffs für die Pflanzen, Tiere, Böden und Menschen seien nicht abzusehen und bisher kaum untersucht worden.
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Zum Konflikt zwischen Mitarbeitern und Betriebsrat bei der Brettener Firma Federal Mogul:
Die Einstellung beziehungsweise Feststellung der Frau Weberbauer von der IG Metall Bruchsal kommt für die Arbeitgeber gerade recht. Denn hier hätte es auch andere Wege geben müssen, aber mit dieser Einstellung von einer Gewerkschaftsvertreterin sind in Zukunft für solche Machenschaften Tür und Tor geöffnet.
Fast zu jeder Betriebsversammlung bei Glöckler Dichtsysteme – heute Federal Mogul – habe ich beschwörend gerufen: „Einen Finger kann man brechen, aber keine Faust.” So ein Geschäftsführer, der keine Wurzel in einem Unternehmen hat und sich zum Handlanger degradieren lässt, muss als Erster gehen.

Gerhard Gebhardt ehemaliger Betriebsrats-Vorsitzender Federal Mogul
Parkweg Ic
Gondelsheim

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Plan für das Landschaftsschutzgebiet „Brettener Kraichgau” stößt auf große Skepsis
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. Auf große Skepsis stößt bei Bürgern der Plan des Landkreises Karlsruhe, ein aus insgesamt neun Teilgebieten in sieben Stadtteilen bestehendes Landschaftsschutzgebiet „Brettener Kraichgau” auszuweisen. Rund 80 Bürger insbesondere aus den betroffenen Stadtteilen, viele von ihnen in der Landwirtschaft zu Hause, machten in einer Informationsveranstaltung am Donnerstag Abend im Brettener Rathaus ihrem Unmut darüber Luft (siehe auch Kommentar).
Das fängt schon mit der Bezeichnung an: „Brettener Kraichgau” könne so nicht stehenbleiben, erklärte gleich zu Beginn der Oberbürgermeister. Paul Metzger erinnerte daran, dass Gemeinderat und Ortschaftsräte mit dem Flächennutzungsplan schützenswerte Flächen auf der Gemarkung ausgewiesen haben, um deren Erhalt es nun gehe. Gleichwohl bekannte sich der Oberbürgermeister klar zur weiteren landwirtschaftlichen Nutzung, wandte sich gegen überzogene Restriktionen. „Wir haben zum Glück hier noch vieles, das zu schützen ist. Das wird aber nicht durch solche Menschen gesichert, die nur fordern und vorschreiben, sondern durch Menschen, die sich in der Natur bewegen und noch wissen, wie eine Fruchtfolge aussieht.”
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Massive Vorwürfe aus der Federal-Mogul-Belegschaft
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Die Mitarbeiter der Firma Federal Mogul (früher: Glöckler Dichtsysteme) sind wütend auf ihre Arbeitnehmervertreter: Bei der Auswahl der 62 Mitarbeiter, die kürzlich ihre Kündigungsschreiben erhielten, habe der Betriebsrat mit der Geschäftsleitung „gemauschelt”, denn es seien weder Ehepartner noch weitläufige Angehörige von Betriebsräten bei den Entlassenen gewesen. Ursprünglich habe es aber geheißen: Wenn ein Paar bei Federal Mogul beschäftigt ist, muss einer der beiden gehen, berichteten mehrere Mitarbeiter (die Namen sind der Redaktion bekannt) den BNN.
Weiterhin wirft die Belegschaft dem Betriebsrat vor, die Kollegen belogen und „bis zum Schluss in Unwissenheit” gelassen zu haben. „Die haben immer so getan, als ob sie hinter uns stehen”, klagt beispielsweise eine langjährige Mitarbeiterin, „und behauptet, sie hätten keinen Sozialplan unterschrieben. Das war aber gelogen.” Die Stimmung in der Belegschaft gäre derzeit, räumt ein anderer Mitarbeiter ein: „Unser Betriebsrat müsste eigentlich zurücktreten”. In anonymen Aushängen in der Firma habe „das Team” denn auch das Gremium aufgefordert, „freiwillig auf Euer unnötiges Dasein” zu verzichten.
Besonders sauer stößt den Mogul-Mitarbeitern auf, dass der Betriebsrat „einfach alles unterschrieben” habe, was ihm die Geschäftsleitung vorgelegt habe. Die Vorschläge aus den Reihen der Belegschaft, beispielsweise freiwillig eine halbe Stunde länger zu arbeiten, seien dagegen „nie geprüft” worden.
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