Saniertes Becken sichert trockene Füße

Gemeinde investiert 500 000 Euro in Hochwasserschutz und hofft auf 80 Prozent Zuschuss
Gondelsheim (dia). Dass das Hochwasserrückhaltebecken Lohrgraben schleunigst saniert werden muss, darin ist sich der Gondels-heimer Gemeinderat seit einiger Zeit einig. In der Sitzung am Dienstag hat das Gremium die vorgestellte Planung einstimmig befürwortet. Die Maßnahme wird über drei Haushaltsjahre finanziert. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Arbeiten im Sommer nächsten Jahres beginnen können. Momentan bestehe zwar keine akute Gefährdung für Gondelsheim, „aber wir müssen sanieren“, hatte Bürgermeister Markus Rupp das Gremium auf seine Pflicht eingeschworen, den für einen effektiven Ilochwasserschutz im Ort notwendigen Schritt zu tun.
Rupp erinnerte daran, dass es – trotz des Beckens – bei starken Regenfällen zu Überflutungen gekommen sei, zuletzt im Mai 1996, als die Jöhlinger Straße überschwemmt war. Der Erhalt des vorhandenen Beckens sei dennoch sinnvoll, auch sei es richtig dimensioniert, allerdings sind eine Reihe von Reparaturen und Erweiterungen des Bauwerks nötig, die ein Planer in der Sitzung erläuterte. Rund 500 000 Euro soll die gesamte Maßnahme kosten. Die Verwaltung rechnet aber damit, Zuschüsse von rund 80 Prozent zu erhalten. Etwa 100 000 Euro blieben dann noch an der Gemeinde hängen. Das vorgestellte Gesamtkonzept sei optimal: Mit einem sanierten Becken, das für ein 100-jähriges Hochwasser angelegt ist, und der Verzahnung einzelner Elemente erhalte man die optimale Lösung, erklärte Rupp.

Der Änderung des Regionalplans, die für eine Ausweitung des Brettener Industriegebiets in den Rüdtwald notwendig ist, hat der Gondelsheimer Gemeinderat zugestimmt. Die kommunale Planungshoheit der Stadt Bretten wolle man respektieren, erklärte Rupp. Unstrittig sei auch, dass auch die anderen Gemeinden in diesem Bereich von einer zukunftsorientierten Entwicklung im Mittelzentrum profitierten.

Der Eingriff in den Rüdtwald muss durch Ersatzaufforstungen anderswo ausgeglichen werden. Im Gespräch sind dafür verschiedene Flächen auf Neibsheimer Gemarkung. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Horst Roitsch, befürchtet als Folge landwirtschaftlichen Tourismus nach Gondelsheim. Denn Neibsheimer Landwirte konnten auf der Suche nach Ersatzflächen in die Nachbargemeinde ausweichen, dann bei uns Ausgleichflächen bekommen.
Hans Becker von der Bürgervereinigung schlug vor, stattdessen Ersatzaufforstungen dann doch gleich auf Gondelsheimer Gemarkung vorzunehmen. Dies sei im Blick auf den Schutz vor Hochwasser und Erosion durchaus sinnvoll. Dagegen hielt es Willi Brauch, Freie Wähler Gondelsheim, für problematisch, „gute Ackerfläche“ mit Bäumen zu bepflanzen.

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