Die Melanchthonstadt wird als Beispiel in einer Studie der Uni Hannover vorgestellt

Bretten als Wachstums-Modell in Deutschland
In einer Untersuchung der Universität Hannover über ,,Wachtstumspole in Deutschland“ wird auch Bretten als Beispiel aufgenommen: Nach Telefoninterviews mit mehreren Unternehmen und Institutionen aus der Region — speziell in Ettlingen und Bretten — und vor persönlichen Gesprächen mit Firmeninhabern und Geschäftsführern, stellten die beiden Forscher Wolfgang Müller vom Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung an der Universität Hannover und Rüdiger Lang vom Karlsruher Institut für Marktforschung (MM) ihre Fragen den Brettener Oberbürgermeister Paul Metzger.

In einem ausführlichen Gespräch suchten die beiden Forscher Antworten auf die Frage, wie eine Stadt mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Firmenbestand stärken und neue Unternehmen ansiedeln kann. Für Bretten schlussfolgerten sie nach dem Gespräch mit OB Paul Metzger und Stadtplaner Ulrich Braun mehrere positive Faktoren:
Das intelligente und kreative Flächenmanagement, ermögliche es kurzfristig auf den Bedarf der Wirtschaft zu reagieren. Die strategisch ausgerichtete Immobilienpolitik der Stadt und das Gemeinderates habe die Voraussetzungen dafür geschaffen.
Die Reaktivierung von ehemaligen Industriebrachen habe ermöglicht. dass der Flächenverbrauch in Bretten im Städtevergleich und mit benachbarten Kommunen geringer ist. Die Siedlungsfläche betrug 1997 laut Statistischem Landesamt 4,3 ha pro hundert Einwohner, obwohl Bretten als Mittelzentrum Infrastruktur auch für das Umland bereitstellt. Zum Vergleich: Gondelsheim (6,1 ha/100 Einwohner), Kürnbach (6,8), Oberderdingen (5,7), Sulzfeld (5,3) oder Zaisenhausen (5,8). Dass Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in Bretten nicht den sonst üblichen Automatismus zu hohem Flächenverbrauch hervorruft, belegt ein Vergleich der Parameter Siedlungsfläche. Bevölkerung, Arbeitsplätze:
Zwischen 1989 und 2001 stieg in Bretten die Siedlungsfläche am geringsten — um 14,4%; der Bevölkerungszuwachs war 15,3%, die Zahl der Arbeitsplätze stieg um 18,8%. Die Konzentrierung der wirtschaftlichen Entwicklung auf ein Industriegebiet in Gölshausen hat die Kräfte gebündelt.
Trotz der Tatsache, dass Bretten keinen Idealstandort an einer Autobahn darstellt, sei es jedoch mit der Stadtbahn gelungen, den Unternehmen ein räumlich erweitertes Mitarbeiterreservoir zur Verfügung zu stellen. Das sei gerade in Zeiten da an vielen Orten hochqualifizierte Facharbeiter fehlen, ein Vorteil. Der wird gesteigert durch das umfassende schulische Angebot und die Baugebiete, die dank der freiwilligen Umlegung noch bezahlbares Wohneigentum ermöglichen.
Schließlich sei unter den weichen Standortfaktoren von herausragender Bedeutung, die unbürokratische Abwicklung vom ersten Kontakt über Grundstuckkauf bis zu den zügig ausgearbeiteten Baugenehmigungen. Dass im Brettener Rathaus nicht nur an viereinhalb Tagen gearbeitet werde, habe sich bei Unternehmen herumgesprochen und wurde den beiden Forschern bisher mehrmals lobend bestätigt.
Die wissenschaftliche Studie soll bis zum Ende des Jahres druckfertig sein und wird dann der Öffentlichkeit vorgestellt.

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5 Antworten zu Die Melanchthonstadt wird als Beispiel in einer Studie der Uni Hannover vorgestellt

  1. ernst./K sagt:

    Führungsfiguren der Stadt Bretten werden sich daran bestimmt nicht mehr erinnern können und wollen.

  2. -is- sagt:

    Diese berechtigten Fragen können sicherlich die beiden Forscher Rüdiger Lang und Wolfgang Müller beantworten! 🙂

  3. mm sagt:

    wo ist die Studie geblieben? Hat wohl nicht ganz die Erwartungen der Stadtverwaltung erfüllt?!

  4. -rl- sagt:

    „Vorgehen: Die Untersuchung bediente sich vorhandener Statistiken, eigener telefonischer Betriebsbefragungen und mündlicher Betriebs- und Expertengespräche als Informationsquellen.“
    Was mündliche Auskünfte Wert sind und wie von anderen erstellten Statistiken zu beurteilen sind, das wissen die meisten Menschen. Daher ist es erstaunlich, dass solche Untersuchungen überhaupt veröffentlicht werden und anschließend auch noch zur freien Interpretation freigegeben werden.

  5. mm sagt:

    Klickt man auf den im Artikel angegebenen Link, kann man den Text der Studie einsehen. Von der im Artikel abgedruckten Lobhudelei jedoch ist kein Wort zu finden. Bretten wird lediglich erwähnt, da die Stadt mit anderen zur Untersuchung ausgewählt wurde. Diese waren :
    in der Region Hannover die Stadt Langenhagen und die Gemeinde Wedemark;
    in der Region Karlsruhe die Städte Bretten und Ettlingen;
    in der Region München die Stadt Freising und die Gemeinden Aschheim und Weßling;
    in der Region Dresden die Gemeinden Ottendorf-Okrilla und Wachau und die Stadt Radeberg im Landkreis Kamenz, die Stadt Wilsdruff und die Gemeinde Klipphausen im Landkreis Meißen, die Stadt Großenhain und die Gemeinden Ebersbach und Lampertswalde im Landkreis Riesa-Großenhain.

    Diese Form der Angeberei ist nur noch peinlich, dahinter steckt eine Geltungssucht die schon pathologische Züge aufweist.

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