Jun
12
Zur angekündigten Einstellung der Brettener Citybus-Linie:
Als wir hörten, dass der Citybus im August abgeschafft werden soll, waren wir richtig empört. Was ist mit den Leuten, die bisher mit dem Bus gefahren sind? Die meisten werden wieder mit dem Auto fahren. Es gibt immer ein großes Geschrei, wenn es um Umweltverschmutzung geht, und wenn man dann etwas dagegen tun kann, wird es gleich abgeschafft.
Und was ist mit den Jugendlichen, die von der Schule aus Bruchsal oder Karlsruhe kommen? Auch die wollen einmal zu Hause ankommen, der Schulweg ist schon lang genug.
Und schließlich gibt es auch Leute, die kein Auto haben, älter sind oder schlecht laufen können. Um nur ein Beispiel zu nennen: Es gibt einen alten Mann, der immer um die gleiche Uhrzeit mit uns im Bus mitfährt. Er erzählte uns, seine Frau und er wären auf den Bus angewiesen, da sie zum Autofahren zu alt wären. Wie soll er mit den Krücken vom Hausertal zum Krankenhaus kommen? Taxis sind zu teuer. Und dies war nur ein Beispiel.
Man muss auch bedenken, dass ein Busfahrer seinen Job verliert, wenn der Bus abgeschafft wird. Wir schlagen vor, dass die Brettener Bürger einen geringen Beitrag zusteuern, damit der Gemeinde geholfen werden kann, den Citybus zu erhalten und damit die Motivation der Leute, mit dem Bus zu fahren, gesteigert wird. Somit kann der Fahrkartenpreis ebenfalls gesenkt werden.
Christina Kleppner, 17 Jahre
Gartenstraße 54
Bretten
Jun
5
Leserbrief : Die Stadt schafft keine Arbeitsplätze
BNN Juni 5, 2003 | 3 Kommentare
Zum Bericht über die Unterschriftenasammlung von Schülern zur Schonung des Rüdtwalds:
Die Stadt schafft keine Arbeitsplätze, obwohl es so in der Zeitung steht – auch nicht im Rüdtwald. Dass die Staatswirtschaften wie beispielsweise in der ehemaligen DDR gescheitert sind, steht als gesichert. Die Verwaltung kann gemeinsam mit dem Gemeinderat nur die Rahmenbedingungen für wahren Arbeitsplatze erstellen. Die entstehen aber nur, wenn neue Ideen in Produkte umgesetzt werden können.
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Jun
4
Zum Artikel „Sind Arbeitsplätze schützenswerter als eine intakte Natur?” erreichte uns diese Zuschrift:
Natürlich möchten wir möglichst Vollbeschäftigung und brauchen auch Fläche zur Ansiedlung von Industrie. Ist die Beurteilung, dass die Landschaft beim Diedelsheimer Dreieck schützenswerter als der Rüdtwald ist, berechtigt? Die Frage ist aber auch wie viel und welche Fläche soll verwendet werden? Hat man alle Möglichkeiten ernsthaft geprüft?
Zum Beispiel sind in Knittlingen an der B 35 bis an die Markung Bretten reichend 60 Hektar für ein Interkommunales Industriegebiet ausgewiesen – und hier bestehen reelle Chancen, dass sich Bretten beteiligen kann. Entsprechende offizielle Kontakte bestehen aber seit zwei Jahren nicht mehr. Warum ist man von Brettener Seite an einem gemeinsamen Vorgehen nicht interessiert? Ist es fehlende Teamfa-higkeit oder will man nur das Rüdtwald-Projekt verwirklicht sehen?
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Jun
4
Leserbrief : Warum soll Industrie auf Waldgelände?
BNN Juni 4, 2003 | 1 Kommentar
Zum Artikel „Sind Arbeitsplätze schützenswerter als eine intakte Natur?” (BNN vom 2. Juli) erreichte uns diese Leserzuschrift:
Wie schön, die Konjunktur in Bretten brummt, Gewerbesteuer füllt das Stadtsäckel, der Grundstücksverschiebebahnhof läuft auf Hochtouren, und die Stadt braucht Gewerbeflächen ohne Ende. Leider wurde in der massiven Pressekampagne nicht deutlich genug darauf hingewiesen, dass ein Teil des Geldes durch den finanziellen Ausgleich, den Stuttgart finanzschwachen Gemeinden leistet, wieder verloren geht.
Warum allerdings Industrie, wenn schon unbedingt notwendig, nicht auf geeigneten Gebieten in Nachbargemeinden, sondern unbedingt auf Waldgelände angesiedelt werden muss, bleibt mir ein Rätsel. Auf meine Frage bei der Bürgerversammlung, ob die Stadt auf das schnelle Geld durch den Grundstücksverkauf nicht verzichten kann, habe ich leider keine Antwort erhalten. Ich vermute, die Mittel werden dringend gebraucht, um die undurchsichtige Grundstücksverschiebepolitik auszugleichen.
Das Problem von Waldrodungen betrifft leider nicht nur Bretten alleine: Die gewaltigen Kahlschläge bei Bruchsal für den Straßenbau sind erschreckend.
Katja Liebig
Melanchthonstraße 3
Bretten
Jun
3
Leserbrief : Unrealistische Schwarzmalerei des Oberbürgermeisters
BNN Juni 3, 2003 | einen Kommentar schreiben
Zum Artikel „Was würdet ihr denken, wenn eure Eltern arbeitslos wären?” in der Samstagsausgabe:
Mit Aufmerksamkeit habe ich zur Kenntnis genommen, dass jetzt selbst Kinder schriftlich gegen das Abholzen des Rüdtwalds bei Oberbürgermeister Metzger protestieren. Ein wesentlicher Punkt im Antwortschreiben an die Kinder war, dass bei Schutz des Waldes durchaus die Gefahr auftreten kann, dass dies Einwirkungen auch auf die Arbeitsplätze der Eltern haben könnte.
In dieser Weise in einer solchen Schwarz-weiß-Argumentation auf Kinder einzugehen, ist so indiskutabel, dass ich dies nicht kommentieren möchte. Meine Befürchtung allerdings ist, dass ein Bürgerbeteiligungsverfahren bezüglich des Rüdtwaldes in ähnlich unrealistischer Schwarzweißmalerei abgehalten werden könnte.
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Jun
3
Zum Bericht über die Unterschriftenaktion von Kindern für die Erhaltung des Rüdtwalds in der Samstagsausgabe:
Wenn Kinder sich für die Erhaltung des Rüdtwaldes stark machen, freut sich der OB, „dass sich Kinder so für die Zukunft einsetzen”. Setzen sich aber Erwachsene mit ihrer Unterschrift ebenfalls für diesen Wald ein, wird das anders gesehen: So wird dem Vorsitzenden des BUND „emotionale Argumentation” vorgeworfen. Aber ist es nicht erstaunlich, dass auch der OB sich – zumindest mit seiner Unterschrift auf einer der Listen – für die Erhaltung des Waldes ausgesprochen hat und trotzdem die Abholzung weiter vorantreibt?
Haben nicht mehr als 2 000 Bürger mit ihrer Unterschrift schon vor drei Jahren deutlich gemacht, dass der Rüdtwald erhalten bleiben muss? Dieser Bürgerwille wurde vom OB bisher missachtet. Auch haben sich bei der zur Zeit laufenden Umfrage des Brettener Bürgerarbeitskreises bereits mehr als 97 Prozent der Bürger für den Schutz des Rudtwaldes ausgesprochen! Genügt das nicht?
Gerhard Dittes
BUND Ortsgruppe Bretten
