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Leserbrief : Für Bürger schwer nachvollziehbar
BNN 15.Februar, 2003 | 2 Kommentare Artikel 509x gelesen
Zum Artikel „Neuartige Strahler sollen Fresken Profil verleihen” erreichte uns folgende Leserzuschrift:
Was würde Melanchthon dazu sagen? Sicher würde er sich über das Museumsfest aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Hauses freuen. Sein Werk erfährt durch diese Veranstaltung neue Belebung. Die Bedeutung des großen Gelehrten für das damalige Bildungswesen und auch für die Reformationsbewegung wird so einer breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich.
Es ist gut für die Stadt Bretten und ihre Mitbürger, wenn das schmucke Melanchthonhaus mit modernen Medien ausgestattet wird und in professionellem Glanz erstrahlt. Demonstriert die Stadt doch so, dass sie stolz ist auf ihren ehemaligen Bürger und sein Andenken pflegt. Multimedia-Stationen, Vitrinen und Leuchttafeln erleichtern den Zugang zum komplexen Wirken und Werk Melanchthons. Anders als bei einer Gruppenführung, kann der zukünftige Museumsbesucher verweilen und vertiefen, was ihn gerade interessiert.
Mit 350000 Euro aus Ländermitteln wurde die neue Ausstattung ermöglicht – eine beachtliche Summe. Angesichts der knappen öffentlichen Finanzmittel für die Bürger schwer nachvollziehbar. Bei den Kürzungen der Zuschüsse für die Musikschulen, Streichung von notwendigen Schulsozialarbeiterstellen, überfüllten weiterführenden Schulen und Universitäten und zu wenig Lehrpersonal spüren Schüler, Studenten, Lehrer und Eltern, dass im Bereich der Bildung heutzutage extrem gespart wird. Melanchthon als Lehrer und Universitätsgründer würde sich heute sicher für eine bessere Umverteilung der öffentlichen Mittel einsetzen und hätte eher kein Geld übrig gehabt für Strahler mit dreidimensionalen Effekten.
Fraglich erscheint mir, inwiefern das Profil der Fresken zu mehr Verständnis von Leben und Werk Melanchthons beitragen wird.
Elke Peissner
Im Wiesengrund 8
Bretten
Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :
- Schwere Vorwürfe an Firmenleitung - 1986
- Leserbrief : Schulden sind Steuern von morgen - 2001
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Kommentare
2 Kommentare

Mit 350.000 Euro aus Finanzmitteln des Landes Baden-Württemberg musste man geradezu klotzen.
Es war ja schließlich kein Brettener Steuergeld.
Was würde Melanchthon heute dazu sagen?
Ein Skandal, dass ein Hochschullehrer vor dem höchsten deutschen Gericht in der Nachbarstadt Karlsruhe klagen muss, um seiner nennenswerten Aufgabe entsprechend bezahlt zu werden!
Man sieht, nach auf den Tag genau neun Jahren hat sich in der deutschen Bildungspolitik nicht viel geändert.
Kann das in der Person der augenblicklichen Bundesbildungsministerin und/oder an den Landesbildungsministern m/w liegen?