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aktualisiert 17.10.2008
| Verkehrssicherheit im Schulzentrum-Ost
Lage, Verkehrssituation :
Die Stadt Bretten hat im Verlauf der letzten 28 Jahre im Osten des Stadtgebiets, ein Schul- und Sportzentrum mit Grund- und Hauptschule (Schillerschule mit 658 Schülern), Realschule (Max-Planck Realschule mit 754 Schülern) sowie einem Gymnasium (Edith-Stein-Gymnasium mit 745 Schülern) errichtet. Nach Erweiterungen in den Jahren 1986 und 1994/95, sowie dem Bau des Edith-Stein-Gymnasiums 1997/98, wurde jetzt im
Schuljahr 2003 / 2004 die Schillerschule zur Ganztages - Grundschule
erweitert. Die Straßen zum Schulzentrum wurden schon vor dem Bau der Schulen sehr breit angelegt (siehe Artikel in den
BNN vom 15.10.2001), hinzu kommt noch, daß die Max-Planck-Straße auf ihrer gesamten Länge eine Hanglage aufweist. Es wurde nun unserer Meinung nach versäumt, durch Rückbau und Einbau geschwindigkeitsmindernder Elemente, eine Verkehrsführung zu erreichen, die den besonderen Sicherheitsanforderungen eines Schulzentrums mit über 2000 Schülern entspricht. Die Straßen Breitenbachweg und Max-Planck-Straße waren ursprünglich als 30-km-Zone ausgewiesen, diese
Zone wurde aber im Jahre 2001 abgeschafft
und die Straßen zu Hauptverkehrsstraßen
erklärt ! (siehe BNN vom 31.05.2001) Von der Klassifizierung her Erschließungsstraßen, stellen sie sich heute
als schnelle Durchgangsstraßen dar und werden seit dem Bau der Querspange 1997, das ist die Verbindung der Otto-Hahn-Straße zur B294 nach Pforzheim, auch dementsprechend genutzt. (Querungsverkehr B293 - B294 über Weißhoferstraße -Breitenbachweg-Otto-Hahn-Straße ). Die Sperrung für LKW ab 7,5t, angeordnet im Jahre 2001, erwies sich wegen der zwischenzeitlich erlassenen zahlreichen Ausnahmegenehmigungen als weitgehend wirkungslos. Die Bilder zeigen die Zufahrt zum Schulzentrum, den Breitenbachweg, hier enden, bzw.
beginnen die Radwege, die keine Weiterführung zum Stadtzentrum haben. Beim Fußgängerüberweg hat die Straße eine Breite von 11m, die Kinder müssen also an der breitesten Stelle die Straße queren !
Gefahrenpunkte die wir sehen : Dem BAK liegen zu dieser Thematik folgende Unterlagen vor : - Verkehrsgutachten der Firma "Büro für integrierte Stadt- und Verkehrsplanung
" in Bonn
Auszüge aus dem Gutachten hier. - Geschwindigkeitsmessungen im Breitenbachweg durch Anwohner
- Verkehrszählungen von Anwohnern sowie der Stadt Bretten
- Lärmimmissionsmessungen beim Edith-Stein-Gymnasium
- Dieselruß-Messung der Firma UMEG beim Edith-Stein-Gymnasium
Bewertung der vorliegenden Fakten : Aus dem vorliegenden Verkehrsgutachten gehen die Sicherheitsprobleme im Schulzentrum - Ost deutlich hervor. Der gesamte Bereich ist einem ständig wachsenden Durchgangsverkehr, derzeit 7000 KFZ und 200 Busse, ausgesetzt. Die Folgen sind Gefährdung der Schulkinder, Verlärmung und Dieselrußkonzentrationen über den
vom LAI (Länderausschuß für Immissionsschutz) empfohlenen Werten. ( mehr zur Dieselrußproblematik )
Hinzu kommt noch, dass durch die zu breiten Straßen (Bundesstraßenbreite liegt bei 8m, im
Breitenbachweg bis zu 11m
!), das Geschwindigkeitsniveau zu hoch ist, was durch einige wenige Kontrollen des Ordnungsamtes, die dazu noch möglichst auffällig durchgeführt werden, nicht verhindert werden kann. Veränderungen entweder durch Rückbau oder Einbau von
geschwindigkeitsmindernden Elementen, oder eine permanente Verkehrsüberwachung durch Radarkontrollen, sind unabdingbar. Die schon des öfteren zum Ausdruck gebrachte Haltung der Stadtverwaltung zur Verkehrsüberwachung ("wir sind keine Raubritter") ist antiquiert und gefährlich.
Zudem haben die Straßen in einem Schulzentrum auch immer "Aufenthalts
- Funktion", vor allem da Nachmittags-Unterricht inzwischen
sowohl an der Ganztagesschule, aber auch am Edith-Stein-Gymnasium
zum Alltag gehört.
Wir empfehlen hierzu den Artikel des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, Norbert Spinrath, Auszug : " dies mache auf städtischen Nebenstrecken und in Wohngebieten (Anmerkung: die Einrichtung
von Tempo 30 ) aber nur dann Sinn, wenn durch verstärkte Radarkontrollen und den Einbau von Hindernissen auf den Strassen tatsächlich auch eine Temporeduzierung erzwungen werde ". Spätestens seit der Abschaffung der 30-km-Zone im Breitenbachweg im Jahr 2001, sind Zweifel angebracht, ob die "Schulstadt Bretten" ein wirkliches Interesse an der Sicherheit
ihres Schulzentrums im Brettener Osten hat. Zweifel sind berechtigt, denn auch in einer Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe, bei der Anwohner die Anordnung verkehrsberuhigender Maßnahmen im Breitenbachweg erreichen wollten, zeigte sich die Stadt Bretten weder kompromißbereit noch an verkehrsberuhigenden Maßnahmen interessiert.
Auszug aus dem Protokoll der Sitzung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vom 14.11.2001: "Das Gericht wies darauf hin, dass eine vergleichsweise
Erledigung des Rechtsstreits sinnvoll erscheine, weil es den Klägern wohl vor allem darum gehe, dass die angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzung durchgesetzt werde. Die Vertreter der Beklagten ließen erkennen, dass sie hieran nicht interessiert seien." * Auch die bis
zum Jahr 2002, anläßlich des Peter- und Paulfestes durchgeführte Umleitung des Querverkehrs der Bundestraße B293 zur Bundestraße B294 über das Schulzentrum zeugte von mangelndem Verantwortungsbewußtsein. Hierbei wurden täglich bis zu 10.000 KFZ für den Zeitraum einer Woche am Schulzentrum, auch während des Schulbetriebes, vorbeigeführt. Trotz massiven Protestes von Anwohnern mit Unterschriftenaktionen, hielt man jahrelang
an dieser unnötigen und gefährlichen Maßnahme fest. (siehe hierzu Artikel der Stadtverwaltung in den BNN vom 12.6.2002). Durch
mehrere Schreiben des BAK an das Oberschulamt und Regierungspräsidium
Karlsruhe, wurde ab dem Jahr 2003 eine ander Streckenführung gewählt. Notabene : ebenfalls an der Umleitungsstrecke im Anschluß an das Schulzentrum befindet sich das Wohngebiet Wanne mit 4000 Enwohnern, sowie ein Kindergarten. Die Bus-Haltestelle Schulzentrum beim
Brettener Baumarkt im Breitenbachweg ist weiterhin ein Provisorium und ist deshalb als gefährlich einzustufen. Ein nur für das Schulzentrum angelegter großzügiger Busbahnhof besteht in der Max-Planck-Straße, also wenige Meter von der genannten Haltestelle entfernt.
Im
Juni 2004 wurde probeweise die Haltestelle etwa 150 Meter in Richtung
Stadtmitte verlegt, gleichzeitig in der Straßenmitte eine provisorische
Insel eingerichtet, die ein Überholen der Busse während des Aus-
und Einsteigens verhindern sollte und somit eine deutliche Erhöhung
der Sicherheit bedeutet hätte. Diese Lösung wurde zu Beginn des
Schuljahres 2005/2006 teilweise wieder zurückgenommen,(siehe
Artikel hierzu) es blieb
bei der bis heute provisorischen Verlegung der Haltestelle, ohne
die der Sicherheit zuträglichen Insel, ohne Wetterschutz. Außerdem
blockieren die Busse auch hier den Radweg, was Radfahrer zum Überholen
zwingt. Die alte Haltestelle unterhalb der Brücke wurde ebenfalls
wieder eingerichtet, als "Aussteigehaltestelle". Es stehen
jetzt also 2 Haltestellen im Abstand von nur 150 Metern zur freien
Verfügung, beide haben erhebliche Mängel und sind von ihrer Einrichtung
als provisorische Lösungen zu bezeichnen.
Wir schließen uns deshalb der abschließenden Beurteilung des Verkehrsgutachtens an : "Zusammenfassend ergibt sich eine Bewertung der Verkehrssituation im Bereich zwischen Turbanstraße und Otto-Hahn-Straße, die im Unterschied zu (4), nicht als „optimal“ bezeichnet werden kann. Es gibt Sicherheits- und Funktionsdefizite, die durch punktuelle bauliche Maßnahmen entschärft werden sollten."
Ihre
Meinung dazu ? Schreiben Sie uns !
* Die Klage wurde vom Verwaltungsgericht Karlsruhe zurückgewiesen. (4) Schreiben „Bebauungsplan Breitenbachweg und Verkehrssituation im Bereich Breitenbachweg, Max-Planck-Straße“ der Stadt Bretten an Hr. RA Fliegauf vom 31.05.00
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